Gasvergleich

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Augen auf beim Gasvergleich,
damit Sie keine böse Überraschung erleben

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Einen Strom- und Gasvergleich vorzunehmen ist eine gute Sache. Schließlich weiß inzwischen fast jeder, dass man insbesondere beim Gas vergleichen bis zu 50% (!) der Kosten des Gastarifs einfach sparen kann. Doch Augen auf beim Gasanbieter vergleichen über eines der Gas Vergleichsportale, da hier eine Reihe von Problemen auf Sie lauern:

  • ganz vorne bei den Vergleichsportalen sind die Gasanbieter mit meisten Beschwerden
  • Verträge von billigen Gasanbietern strotzen vor verbraucherunfreundlichen Klauseln
  • beim Gasvergleich sollten Sie unbedingt auf 5 trickreiche Maschen achten
Probleme beim gas vergleichen
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Gasvergleich Tipp #1:
Achten Sie auf versteckte Preiserhöhungen

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Gasvergleich Problem 1
Discount Strom- und Gasanbieter senken häufig im ersten Vertragsjahr ihren Preis stark ab, damit Sie beim Strom- und Gasvergleich ganz vorne auf den Vergleichsportalen landen. Letztlich möchte Ihnen natürlich kein Strom- und Gasanbieter Geld schenken. Daher greifen insbesondere viele der Strom- und Gas Discounter zur beliebten Masche, mit Ablauf des ersten Vertragsjahres eine (häufig gut versteckte) Preiserhöhung von nicht selten 20-40% vorzunehmen.

Gaspreiserhöhung versteckt im Newsletter

Gasvergleich Praxisfall
Einige Gasanbieter nutzen das Gewand eines Newsletters, um Preiserhöhungen unauffällig mitzuteilen. Vordergründig werden in diesen Newslettern gerne neue Innovationen oder allgemeine Informationen rund um den Strom- und Gasmarkt kommuniziert. Erst bei genauerem Hinsehen merkt man, dass sich darin mitunter gut verpackt eine erhebliche Preiserhöhung verbirgt.

Rechtlicher Hinweis
Es gibt Gerichtsurteile zu dieser Art der Mitteilung von Preiserhöhungen, die diese als unzulässig eingestuft haben. Folglich können Sie dagegen Einspruch einlegen. Laut Gesetz haben Sie das Recht, bis zu 3 Jahre rückwirkend Einspruch dagegen zu erheben.

Gaspreiserhöhung in einer Textwüste vergraben

Gasvergleich Praxisfall
Eine weitere beliebte Masche einiger Strom- und Gasanbieter ist, Preiserhöhungen geschickt in ellenlangen E-Mails, die Sie mit einem Wust an Informationen bombardieren, zu verbergen. Zwischen Daten zur Energiewende, allerlei Webseitenlinks zu unterschiedlichsten Themen und vielen anderen irrelevant wirkenden Informationen finden sich mitunter, ziemlich unaffällig, erhebliche Preiserhöhungen. Diese sind leicht zu übersehen, da in den wenigsten Fällen die Preiserhöhung direkt aufgeführt ist, sondern meist nur ein sehr gering wirkender Gas Arbeitspreis, z.B. "0,0063 Euro". Deutlicher wird dies erst, wenn man sich bewusst macht, dass es sich dabei um einen Arbeitspreis von 6,3 Cent / kWh handelt. Ein Gasvergleich macht schnell deutlich, dass dies weit über dem normalen Gaspreis-Niveau liegt und vermutlich eine saftige Preiserhöhung beinhaltet. Die effektive Preiserhöhung müssen Sie in solch einem Fall selbst berechnen, da der bisherige Arbeitspreis nicht aufgeführt wird und Sie somit einen Vergleich zum alten Gaspreis vornehmen müssen.

Rechtlicher Hinweis
Diese Form der Preiserhöhung ist in Gerichtsurteilen ebenfalls als unzulässig eingestuft worden. Denn jeder Strom- und Gasanbieter ist gesetzlich verpflichtet, Preiserhöhungen mindestens 6 Wochen vor Eintritt transparent mitzuteilen. Folglich können Sie auch in diesem Fall Einspruch gegen die Preiserhöhung einlegen.

Gaspreiserhöhung nur im Online Kundenportal hinterlegt

Gasvergleich Praxisfall
Viele Strom- und Gasanbieter bieten inzwischen ein Online Kundenportal an, indem man die Vertragsunterlagen sowie sonstige Mitteilung des Anbieters online abrufen kann. Einige gewiefte Strom- und Gasanbieter nutzen diese Tatsache dazu, Preiserhöhungen nur im Online Kundenportal zu hinterlegen, d.h. diese nicht auf direktem Wege mitzuteilen. Folglich müssten Sie selber im Online Kundenportal nachschauen, ob sich eine Preiserhöhung von Ihrem Gasanbieter erhalten haben, die üblicherweise einigen Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist (meistens mit Ablauf des ersten Vertragsjahres) vorgenommen werden.

Rechtlicher Hinweis
Gerichtsurteile haben auch diese Art der Mitteilung von Preiserhöhungen als unzulässig eingestuft, da Sie als Verbraucher die Gelegenheit haben müssen, eine Preiserhöhung vor Eintritt zu erfahren und darauf reagieren zu können. Auch die Maßnahme einiger Strom- und Gasanbieter, lediglich eine E-Mail Nachricht, dass eine neue Mitteilung im Online Kundenportal hinterlegt ist, wurde vom Gericht als unzureichend eingestuft.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Damit der anfängliche Gasvergleich nicht in einer teuren Gaspreiserhöhung endet, sollten Sie Sie die nachfolgenden Tipps beim Gasvergleich beherzigen:

  • Schreiben vom Gasanbieter, insbesondere wenn diese kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist eintreffen, sollten aufmerksam lesen statt nur oberflächlich überfliegen
  • Beachten Sie ebenfalls Nachrichten, die nur im Online Kundenportal abgelegt werden
  • Nutzen Sie die Suchfunktion bei digitalen Dokumenten (meistens STRG+F) und suchen Sie nach Begriffen wie "Preisanpassung", "Preisänderung", "Preiserhöhung" und "neuer Arbeitspreis"
  • Prüfen Sie alte Rechnungen, indem Sie den Arbeitspreis zwischen den Jahresrechnungen vergleichen
  • Legen Sie Einspruch gegen unzulässige Preiserhöhungen vom Gasanbieter ein, auch wenn diese einige Jahre zurück liegen (dies ist bis 3 Jahre rückwirkend möglich); falls notwendig durch Einschalten der Schlichtungsstelle Energie
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Gasvergleich Tipp #2:
Kündigen Sie richtig

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Gasvergleich Problem 2
Glücklicherweise nimmt das Problem der erschwerten Kündigungen mehr und mehr ab. Trotzdem kommen uns regelmäßig Fälle unter, bei denen der Gasanbieter sich querstellt und – mitunter unter fadenscheinigen Gründen – die Kündigung ablehnt. Üblicherweise erfolgt die Kündigung des aktuellen Gasvertrags automatisch durch den neuen Gasanbieter. Sofern die Kündigungsfrist zeitnah ausläuft, sollten Sie vorsorglich selber aktiv werden. Dazu reicht ein Brief, Fax oder - im Falle eines online ab dem 1.10.2016 abgeschlossenen Vertrags - auch eine E-Mail. Sofern Sie bei einem der Gasanbieter mit einer auffällig hohen Beschwerdequote sind, sollten Sie die nachfolgend aufgeführten Fälle kennen, damit es bei der Kündigung nicht unerwartet Probleme gibt:

Kündigung des Gasvertrags nur mit originaler Unterschrift akzeptiert

Gasvergleich Praxisfall
Einige Gasanbieter haben über lange Zeiträume auf eine Kündigung per Brief inklusiver handschriftlicher Unterschrift beharrt. Oft wurden anders zugestellte Kündigungen verweigert mit der Begründung, dass damit nur der Verbraucher geschützt werden soll. Nicht selten kam es in der Folge dazu, dass die Kündigungsfrist verpasst wurde.

Rechtlicher Hinweis
Dieses Vorgehen einiger Gasanbieter, bei dem sogar Kündigungen via Fax nicht akzeptiert wurden, ist äußerst fragwürdig. Spätestens seit 1.10.2016 ist die Rechtslage eindeutig. Für alle ab diesem Zeitpunkt online geschlossenen Gasverträge gelten gesetzlich vereinfachte Kündigungsvorschriften, an die sich alle Gasanbieter halten müssen. Praktisch bedeutet dies, dass auch eine Kündigung des Gasvertrags via E-Mail ausreicht.

Gasanbieter behauptet, dass keine Kündigung eingegangen ist

Gasvergleich Praxisfall
Einige Discount Gasanbieter haben scheinbar Löcher in den Händen. Zumindest fallen sie dadurch auf, versendete Kündigungen nicht erhalten zu haben.

Rechtlicher Hinweis
Falls der Anbieter auf Briefverkehr beharrt, hilft in einem solchen Fall nur die Kündigung per Einschreiben, da man sonst keinen Erweis erbringen kann, dass man rechtzeitig gekündigt hat.

Gasanbieter stellt sich auf Standpunkt, dass Kündigungsfrist versäumt wurde

Gasvergleich Praxisfall
Einige Strom- und Gasanbieter fallen immer wieder durch kreative Interpretationen von Sachlagen auf. In einem uns vorliegenden Fall berief sich ein Anbieter darauf, dass der Vertrag direkt beim Abschluss in Kraft eintat, anstatt – wie sonst üblich – zu Beginn der Belieferung. Oft ist es allerdings der Fall, dass die erste Gaslieferung und der Zeitpunkt der Vertragsannahme einige Wochen bis Monate auseinander liegen. Dieser Zeitraum wird üblicherweise nicht mitgezählt und alle Fristen orientieren sich am Zeitpunkt der Belieferung.

Rechtlicher Hinweis
Falls einem derartige Interpretationen seitens des Gasanbieter unterkommen, sollte man dagegen Einspruch einlegen, da diese in den wenigsten Fällen rechtlichen Ansprüchen gerecht werden dürften. Auch hier ist im Zweifel die Schlichtungsstelle Energie eine gute Unterstützung bei der Lösungsfindung.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Wie auch im Fall von fragwürdigen Preiserhöhungen gilt bei Problemen bei der Kündigung des Gasanbieters: Nicht schnell ins Bockshorn jagen lassen. Die Rechtslage ist in den meisten Fällen eindeutig. Daher unsere Empfehlung:

  • Bei allen Gasverträgen, die nach dem 1.10.2016 online abgeschlossen wurden gilt: Die Kündigung des Gasvertrags ist per E-Mail möglich!
  • Schauen Sie bei älteren Gasverträgen in den Unterlagen nach, welche Abmachungen bezüglich Kündigung getätigt wurden; achten Sie darauf, dass sich Kündigungsfristen auf den Zeitraum vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit beziehen (z.B. 6 Wochen vor Ablauf des Vertragsjahres)
  • Schalten Sie die Schlichtungsstelle Energie ein, sollte Ihr Gasanbieter nicht auf Ihre berechtigten Einwände eingehen
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Gasvergleich Tipp #3:
Achten Sie auf eine vollständige Guthabenauszahlung

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Gasvergleich Problem 3
Sie wollten die maximale Ersparnis für Ihren Gastarif erzielen und haben daher beim Gas vergleichen zum günstigsten Gastarif mit Wechelbonus gegriffen. Leider sind Sie dabei über eines Gas Vergleichsportale an den billigsten Gasanbieter, einem Discount Gasanbieter mit hoher Anzahl an Kundenbeschwerden, geraten. Viele dieser günstigen Gasanbieter haben zahlreiche kreative Klauseln in ihren Geschäftsbedingungen verankert, auf Basis derer ihnen der Bonusanspruch nicht selten abgesprochen wird. Insofern aufgepasst vor diesen Problemen:

Bonusanspruch verloren aufgrund von Arbeitszimmer oder Photovoltaikanlage

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Eine der beliebtesten Taktiken einiger Gasanbieter, den versprochenen Wechselbonus nicht auszahlen zu müssen, ist eine Klausel, die den Anspruch auf den Wechselbonus verwehrt, wenn der Verbraucher ein Arbeitszimmer im Haus oder eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat. Mit anderen Worten, nur weil man zufällig ein Arbeitszimmer im Haus hat, berufen einige der Discount Gasanbieter auf ihre Geschäftsbedingungen und zahlen den Wechselbonus nicht aus.

Rechtlicher Hinweis
Es gibt Klagen gegen diese Einschränkung unter anderem von der Verbraucherzentrale, die vor Gericht erfolgreich waren. Insofern sollten Sie hellhörig werden, falls Ihr Gasanbieter Ihnen den Bonusanspruch auf Basis eines dieser Gründe verweigern sollte und dagegen Einspruch einlegen.

Neukundenbonus bzw. Wechselprämie wegen Tarifwechsel verweigert

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Stellen Sie sich vor, es flattert ein attraktives Tarifangebot von Ihrem Gasanbieter vor Ablauf des ersten Vertragsjahres im Briefkasten ein. Dieses Tarifangebot bietet Ihnen einen kleinen Bonus, eine verlängerte Preisgarantie oder einen anderen attraktiv wirkenden Vorteil, wenn Sie in den vom Anbieter vorgeschlagenen  Gastarif wechseln. Diese Art von Maßnahme haben einige Gasanbieter angewendet und sich danach auf den Standpunkt gestellt, dass somit kein Anspruch mehr auf den ursprünglich vereinbarten Wechselbonus besteht, da der Kunde schließlich keine 12 Monate in dem ursprünglichen Tarif war. Insofern also Vorsicht bei derartigen Tarifangeboten, die zumeist in den letzten 3 Monaten vor Ablauf der Kündigungsfrist eintreffen.

Rechtlicher Hinweis
Sofern nicht deutlich geworden ist, dass durch den Tarifwechsel der Bonusanspruch entfällt, erscheint es legitim, den Wegfall des Wechselbonus nicht einfach hinzunehmen. Insbesondere sollten Sie die Geschäftsbedingungen dahin gehend prüfen, ob es eine Klausel gibt, die bei Tarifwechsel den Bonusanspruch explizit verwehrt. Selbst wenn eine solche Klausel besteht ist es jedoch fraglich, ob diese von dem Anbieter vor Gericht durchsetzbar wäre.

Gasanbieter zahlt nicht oder nur verspätet das Guthaben aus

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Es kommt nicht selten vor, dass Gasanbieter die Zahlung von Guthaben erst deutlich verspätet oder mitunter nur nach mehrfacher Anforderung durch den Kunden auszahlen. Achten Sie daher stets darauf, sowohl ob Ihnen das richtige Guthaben inklusive aller Wechselboni ausgewiesen wurden als auch ob Ihnen dieses Guthaben und Wechselbonus ausgezahlt wurden.

Rechtlicher Hinweis
Strom- und Gasanbieter sind gesetzlich verpflichtet, Rechnungen spätestens 6 Wochen nach Ablauf des Vertragsjahres zuzustellen. Und vorhandene Guthaben sind umgehend darauf auszuzahlen, ohne weitere Aufforderung. Sollte dies nicht geschehen, können Sie dagegen Einspruch einlegen und bei Verzug unter Fristsetzung den Gasanbieter auffordern, diese umgehend auszuzahlen.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Sie sollten auf Ihr Recht bestehen, sofern Ihr Gasanbieter Ihnen Ihr Guthaben oder Wechselbonus verweigert:

  • Das Beschwerdeportal Reclabox sowie unsere Auswertung im Stromkontext ist eine gute Anlaufstelle, um sich im Vorfeld eines Gasvergleichs ein genaues Bild über die verschiedenen Gasanbieter zu machen
  • Prüfen Sie zudem vorsorglich gleich im Kontext des Gasvergleichs die AGB des jeweiligen Gasanbieters auf Begriffe wie "Tarifwechsel”, “Mehrtarifzähler”, “Doppeltarifzähler”, "Arbeitszimmer", "gewerbliche Nutzung", "Photovoltaik" sowie den Passus zu den Bedingungen zur Bonusauszahlung bzw. Bonusgewährung
  • Falls Ihr Gasanbieter Ihnen den Bonus verwehrt, können Sie sich zunächst unter Nutzung der Beschwerdevorlage der Bundesnetzagentur an den Gasanbieter richten und dagegen Einspruch einlegen
  • Sollte der Gasanbieter dann noch immer nicht einlenken, sollten Sie diesem eine angemessene Frist setzen und bei nicht zufriedenstellender Lösung die Schlichtungsstelle Energie einschalten
  • Achten Sie darauf, dass Sie innerhalb von 6 Wochen nach Ablauf des Vertragsjahres die Abrechnung von Ihrem Gasanbieter erhalten haben und prüfen Sie, ob Sie das Ihnen zustehende Guthaben sowie Wechselbonus zeitnah daraufhin ausgezahlt bekommen
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Gasvergleich Tipp #4:
Nicht einschüchtern lassen von überzogenen Mahnungen

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Gasvergleich Problem 4
Mitunter wirkt es so als ob einige Gasanbieter ein Geschäft daraus machen zu wollen, durch Mahnungen hohe Zusatzerlöse zu erzielen. Denn einige Gasanbieter zögern nicht lange nachdem eine Zahlung fällig geworden ist. Sollte Ihr Konto einmal nicht gedeckt sein, könnte Ihnen prompt die erste Mahnung ins Haus flattern, , schnell gefolgt von einer weiteren Mahnung mit hohen Mahngebühren, wenn Sie nicht umgehend reagieren. Gerade bei besonders günstigen Gasanbietern, die durch Beschwerden auffallen, werden einige Mahnschritte auch gerne mal abgekürzt und die Forderungen nach der ersten Mahnung direkt an ein Inkassobüro abgetreten, welches die Zusatzgebühren dann nochmal deutlich nach oben treibt.

Hohe Mahnungskosten vom Gasanbieter

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Wir haben bereits zahlreiche Fälle erlebt, in denen Strom- und Gas-Discounter im zweiten Mahnschritt die Forderung direkt an ein dritten Dienstleister bzw. Inkassobüro übergeben haben, die dann ihrerseits in Summe Bearbeitungsgebühren von gut 100€ aufgerufen haben. Dies hat mitunter zur kuriosen Tatsache geführt, dass die Mahnkosten die ursprünglichen Forderungen überstiegen haben.

Rechtlicher Hinweis
Es ist äußerst fragwürdig, ob ein solches Vorgehen mit derart hohen Bearbeitungsgebühren und schnell aufeinander folgenden Mahnschritten vor Gericht standhalten würden. Da man sich in aller Regel jedoch nicht über solche Beträge mit dem Gasanbieter streiten möchte, sollte man bei der ersten Mahnung zeitnah reagieren. Für den Fall, dass doch einmal zu einer derart hohen Mahngebühr kommen sollte, hilft dann nur noch der Schritt zur Schlichtungsstelle Energie, damit diese prüft, ob das Vorgehen des Gasanbieters zulässig ist.

Lastschrifteinzugsverfahren bei Kündigung seitens Gasanbieter beendet

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Es gibt einige Gas Discounter, die bei Kündigung das Lastschriftmandat als aufgehoben betrachten und man dann als Kunde aufgefordert wird, alle verbleibenden monatlichen Abschläge selber per Überweisung an den Gasanbieter zu zahlen. Verpassen Sie diesen häufig via E-Mail versandten Hinweis des Gasanbieters, flattern schnell Mahnungen und Forderungen des Inkassobüros ins Haus mit Konsequenzen wie zuvor skizziert.

Rechtlicher Hinweis
Durch Kündigung des Gasvertrags endet nicht automatisch das Lastschriftmandat, es sei denn, dass Sie dieses explizit widerrufen haben. Folglich müsste der Gasanbieter alle weiteren monatliche Abschläge einziehen. Um es jedoch nicht auf einen Konflikt ankommen zu lassen, sollten Sie den Gasanbieter auffordern, sofern dieser Sie zur Überweisung hinweist, dass Sie das Lastschriftmandat nicht entzogen haben und dieser somit bis Vertragsende die Abschlagszahlungen einziehen soll.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Überhöhte Mahngebühren sind ärgerlich. Lassen Sie sich davon jedoch nicht einschüchtern.

  • Damit Sie sich den Ärger von vornherein ersparen, achten Sie auf Mahnschreiben des Gasanbieters und begleichen Sie (berechtigte) offene Forderungen lieber zeitnah
  • Sollte der Gasanbieter Ihnen überzogene Bearbeitungsgebühren in Rechnung stellen, legen Sie dagegen Einspruch ein und zahlen Sie diese nur unter Vorbehalt
  • Reagiert der Gasanbieter nicht auf Ihren Einspruch, legen Sie formale Beschwerde ein, z.B. über das Beschwerdeportal Reclabox
  • Wie auch zuvor empfohlen, ist die Schlichtungsstelle Energie die eine wirksame Instanz, wenn Sie keine direkte Einigung mit dem Gasanbieter erzielen
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Gasvergleich Tipp #5:
Schriftliche Kommunikation ist effektiver per Telefon

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Gasvergleich Problem 5
Der Gasvergleich war einfach und der Wechsel zum günstigsten Gasanbieter verlief problemlos. Doch leider ist jetzt eines oder mehrere der beschriebenen Probleme aufgetreten. “Ach was, bestimmt alles nur ein Missverständnis – ich habe ja gar kein Arbeitszimmer!” denken Sie sich und rufen beim Kundenservice an. Lange Wartezeiten von 15 Minuten und mehr, ein Mix der schlechtesten ‘90er Hits im Hintergrund und schließlich ein Kundenberater, dessen einziges Anliegen es scheint, Sie abzuwimmeln statt Ihr Problem zu lösen, ist das Ergebnis.

E-Mails werden nicht bzw. nur sehr verspätet bearbeitet

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Bei einigen der Discount Gasanbieter scheint Kundenservice eher von untergeordneter Bedeutung zu sein. Denn einige reagieren auf E-Mail Nachrichten nur sehr verzögert. Es sind uns auch zahlreiche Fälle untergekommen, bei denen wichtige E-Mail Nachrichten wie Kündigungen angeblich nicht angekommen sind. Bei seriösen Gasanbietern ein eher seltener Fall, der jedoch gerade bei mittlerweile insolventen Billig Strom- und Gasanbietern öfters auftritt.

Keine Faxnummer vorhanden

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Faxgeräte sind zwar in vielen Kontexten ein Auslaufmodell. Zur Übermittlung von wichtigen Dokumenten inklusive eines Sendenachweises sind sie jedoch sehr praktisch. Schließlich müsste man sonst ein Brief per Einschreiben mit Rückschein versenden, um einen entsprechende Empfangsnachweis in den Händen zu halten. Alle seriösen Gasanbieter verfügen über eine Faxnummer, an die Sie Kündigungsschreiben sowie sonstige Anliegen senden können. Eine Reihe von Discount Gasanbietern bieten jedoch keine Möglichkeit an, ein Fax an diese zu senden.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Lassen Sie sich nicht verunsichern, falls Ihr Gasanbieter nicht so leicht zu reagieren ist. Beherzigen Sie vielmehr die nachfolgenden Empfehlungen:

  • Damit Sie nicht bei Problemen alleine im Regen stehen gelassen werden, sollten Sie sich im Vorfeld ein Bild über den jeweiligen Gasanbieter machen
  • Kommunizieren Sie mit Gasanbietern lieber auf dem Schriftwege, sowohl um längere Wartezeiten in der Warteschlange zu vermeiden als auch um einen Versandnachweis zu haben
  • Für alle ab dem 1.10.2016 online geschlossenen Verträge gilt das vereinfachte Schriftformerfordernis, d.h. der Gasanbieter muss wichtige Mitteilungen mit z.B. Kündigungen auf dem E-Mail Wege akzeptieren
  • Sofern eine Faxnummer vorhanden ist, senden Sie Kündigungen und andere wichtige Dokumente am besten auf diesem Wege, da Sie in dem Fall nicht nur einen Versandnachweis, sondern auch eine Empfangsbestätigung mit genauer Empfangszeit haben
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Einige Hinweise zu den Informationen auf dieser Seite

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Wir geben uns größte Mühe, um Sie mit diesem Beitrag bei potenziellen Problemen mit dem Gasanbieter zu unterstützen. Wir möchten Sie vorsorglich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine offizielle Rechtsberatung ersetzen kann. Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Die hier dargestellten Tipps und Beispiele sollen Ihnen als Verbraucher vielmehr eine Grundlage bieten, damit Sie im besten Falle gar nicht erst in eine unschöne Situation mit Ihrem Strom- und Gasanbieter geraten.
Unser Angebot lebt  von Ihrem Feedback! Falls Sie Informationen haben, das Gefühl, dass wir etwas übersehen haben oder uns gerne einfach mal kontaktieren wollen, freuen wir uns über Ihre Mitteilung! :-)

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Aus diesem Grund helfen wir Ihnen beim Gasvergleich

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Fairness steht im Mittelpunkt all unseren Handelns. Es ist für uns eine Herzensangelegenheit, Menschen vor den fragwürdigen Geschäftspraktiken einiger Anbieter zu bewahren. Und wir möchten mit unserem Handeln einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass dieser schief hängende Markt ein wenig gerader gerückt wird.

Wir erachten Transparenz als einen wesentlicher Treiber für derartige Veränderungen und möchten mit diesem Artikel Ihnen klare Tipps an die Hand geben, damit Sie diesen Markt besser durchschauen können und beim Gasvergleich beim richtigen Gasanbieter landen. Wir hoffen daher, dass Ihnen dieser Artikel bei diesem Vorhaben etwas geholfen hat. Sollten Sie keine Lust haben, sich künftig Jahr für Jahr selber um Ihren Gastarif kümmern zu wollen, sollten Sie unseren Tarifaufpasser-Service betrachten, der sicherstellt, dass Ihnen künftig nie mehr zu viel berechnet wird.

17.10.18 - Stromio: Versteckte Preiserhöhung über Online-Portal

Ein Screenshot einer Beschwerde über Reclabox. Der Stromanbieter Stromio hat eine Preiserhöhung nur über ein Online-Portal kommuniziert und ist somit nicht den Richtlinien von § 41 (3) EnWG nachgekommen: eine Preiserhöhung muss transparent und nachvollziehbar übermittelt werden.
Quelle: Reclabox.com/de // Beispielhafte Beschwerde über eine versteckte Preiserhöhung über ein Stromanbieter Online-Portal

Stromvergleich Praxisfälle

Ein oft auftretender Fall: die versteckte Preiserhöhung über das Onlineportal. Einige Stromanbieter scheinen angesichts der alltäglichen Internetnutzung ihrer Kunden davon auszugehen, dass neben Facebook, Snapchat und Twitter auch alle paar Minuten in das jeweilige Online-Portal des Anbieters geschaut wird. Bevor man die wichtigsten Updates aus den Leben der Nachbarn, Familienmitglieder und Online-Celebrities verpasst, klicken wir uns lieber zum 17ten Mal am Tag durch die sozialen Medien - aber mal im Ernst, damit wir das Gleiche auch beim Portal des Stromanbieters tun, müssten da wenigstens das eine oder andere Katzenvideo auftauchen.

Rechtliche Situation

Die rechtliche Situation ist recht eindeutig in diesem Fall. Eine Preiserhöhung muss

  • transparent
  • einfach und verständlich formuliert
  • rechtzeitig übermittelt
  • von Ihnen tatsächlich erhalten

werden.

Kurzgesagt: halten Sie den Brief in der Hand oder blicken auf die neueste E-Mail Ihres Stromanbieters, müssen Sie problemlos und sofort erkennen können, dass es sich um eine Preiserhöhung handelt. Müssen Sie die Erhöhung erst mit der Lupe zwischen unformatierten Textwüsten suchen oder werfen den Newsletter in die Tonne, weil die ersten 3 von 10 Seiten wie Werbung aussehen, ist die Preiserhöhung nicht transparent und verständlich übermittelt worden.

Grundsätzlich gilt eine zweiwöchige Kündigungsfrist, beginnend vom Erhalt der Preiserhöhung. Diese haben Sie allerdings nur erhalten, wenn Sie den obigen Voraussetzungen entspricht. Eine Preiserhöhung in einem Online-Portal, ohne zusätzliches Aufmerksammachen auf eben diese per Post oder Mail, ist somit nicht bei Ihnen angekommen. Die Beweislast liegt beim Stromanbieter → er muss beweisen, dass Sie das Schreiben erhalten haben. Bleibt eine E-Mail im Spamfilter stecken oder wird der Brief verschludert, gilt die Preiserhöhung nicht und Sie können diese anfechten.

Grundsätzlich bleibt Ihnen bis zum Eintritt der Preiserhöhung ein Recht zur Sonderkündigung.

Handlungsoptionen

Was Sie jetzt tun können und auch sollten, falls Sie eine versteckte Preiserhöhung über ein Online-Portal (oder anderweitig versteckt) erhalten haben:

Preiserhöhung rechtzeitig registriert:

  • optional: das Schreiben auf Transparenz, Verständlichkeit etc. überprüfen, gemäß § 41 III EnWG und über ein Beschwerdeportal andere Verbraucher darüber in Kenntnis setzen
  • Fristen und Eintrittsdatum der Preiserhöhung überprüfen → ist das Schreiben mindestens 6 Wochen vor Eintritt der Erhöhung angekommen?
  • bis zum Eintritt der Erhöhung haben Sie Zeit für Widerspruch bzw. Kündigung
  • achten Sie darauf, ob Sie im Falle eines Stromtarifs mit Neukundenbonus durch die Sonderkündigung nicht den Anspruch auf diesen Bonus verlieren → in der Regel müssen Sie 12 Monate lang den Tarif beziehen. (in den meisten Fällen tritt die Preiserhöhung allerdings erst zum Ablauf der 12 Monate ein, direkt nach Ablauf der Preisgarantie)
  • Senden Sie die Sonderkündigung fristgerecht mit einem Sendungsnachweis (Einwurf Einschreiben, Fax) ab
  • Selber Kündigen statt dem neuen Stromanbieter dies zu überlassen, um die Fristen zu wahren

Preiserhöhung nicht rechtzeitig registriert:

  • bis zu 3 Jahre im Nachhinein können Sie der Preiserhöhung widersprechen, falls diese nicht transparent kommuniziert wurde
  • schriftlich beim Versorger über falsche Preise beschweren
  • nicht die versteckte Preiserhöhung erwähnen, da die Beweislast beim Stromanbieter liegt, dass Sie diese erhalten haben - was Sie schließlich nicht getan haben, da Sie z.B. erst im Nachhinein über die versteckte Mitteilung im Online-Portal gestolpert sind
  • optional: weitere Zahlungen verweigern, allerdings besteht die Gefahr, dass ein Inkasso-Unternehmen hinzugeschaltet wird
  • bei Rückmeldung des Versorgers mit Bezug auf die versteckte Erhöhung: gegen diese schriftlich Widerspruch einlegen
  • berufen Sie sich dabei auf bekannte Fälle (Reclabox) und Gerichtsurteile und dem oben genannten Paragraphen § 41 III EnWG bezüglich Transparenz seitens des Anbieters
  • den Fall bei Reclabox veröffentlichen
  • zu einem seriösen Stromanbieter wechseln, bspw. über den automatischen Tarifoptimierungsservice von Switchup

Für beide Fälle können Sie hier (wird nachgereicht) auf unsere Formulierungshilfen zurückgreifen. Wir haben da mal was vorbereitet.

Was im jeweils individuellen Fall bei versteckten Preiserhöhungen die beste Handlungsoption ist, können wir leider nicht 100%ig garantieren. Eine Recherche über die hilfreichen Links empfiehlt sich in jedem Fall, damit Sie in Ihrer persönlichen Situation bestens auf die Preiserhöhung reagieren können.

Hilfreiche Links:

Verständlichkeit und Transparenz bei Preiserhöhungen

Beitrag bei Spiegelonline über versteckte Preiserhöhungen

16.10.18: 

BEV - Verzögerte Endabrechnungen & Guthabenauszahlungen

Screenshot von Beschwerden über Reclabox bezüglich verzögerter Guthabenauszahlung vom Stromanbieter BEV. Viele Kunden bemängeln verspätete Abschlussrechnungen, nicht oder nur verspätet ausgezahlte Guthaben und Boni. Einer von vielen Fällen, über die wir beim Gasvergleich stolpern.
Allein die erste Seite auf Reclabox glänzt mit Beschwerden bezüglich Abschlussrechnung und verzögerter Guthabenauszahlung.

Gasvergleich Praxisfälle

Alleine auf der ersten Seite auf Reclabox finden sich 13 aktuelle Beschwerden aus dem Oktober 2018. Dies heißt folgerichtig auch, dass der Neukundenbonus bei den Kunden mit dieser Problematik aktuell nicht ausgezahlt wird.

Dies führt verständlicherweise zu Verärgerung auf Kundenseite. Beim Preisvergleich über die gängigen Vergleichsportale liegt die BEV bei den meisten Städten sehr weit vorne, wenn nicht sogar auf dem 1. Platz. Wenn auch Sie zu diesem günstigsten Stromtarif beim Stromvergleich gegriffen haben, erfahren Sie hier, was im Problemfall hilft.

Rechtliche Situation

Grundsätzlich muss der Stromanbieter spätestens 6 Wochen nach Ablauf des ersten Vertragsjahres die Abschlussrechnung schriftlich übermittelt haben. In diesem Anschluss steht eine unverzügliche Auszahlung von Guthaben und etwaigen Boni an. Diese Information beruft sich auf das Gerichtsurteil des OLG Düsseldorfs aus dem Jahre 2014.

Handlungsoptionen

Als BEV Kund*in sollten Sie Ihre Rechte kennen und dem Stromanbieter vermitteln, dass Sie auf eben dieses pochen. Sie haben Anrecht auf eine fristgerechte Abschlussrechnung und den Ihnen versprochenen Bonus- und Guthabenzahlungen.

Kommunikation mit der BEV

  • Beschwerdeschreiben an die BEV senden (dafür können Sie die Formulierungshilfe weiter unten zu Rate ziehen)
  • Per Einschreiben oder Fax um auf eine Versandbestätigung zurückgreifen zu können
  • den Fall ebenfalls auf Reclabox veröffentlichen
  • Fristen für die Bearbeitung setzen; in der Regel empfehlen sich 14 Tage
  • falls keine fristgerechte Lösung des Problems: Schlichtungsstelle Energie kontaktieren

Formulierungshilfe wird in den nächsten Tagen zum Download bereit stehen.

Rechnung auf Korrektheit prüfen:

  • Wenn Sie eine Rechnung erhalten haben sollten, prüfen Sie diese auf Korrektheit
  • Zählerstände überprüfen
  • Alle Boni sollten aufgeführt sein (bspw. wird ein Neukundenbonus in der Regel mit 15% oder 25% des Gesamtverbrauchs aufgeführt - überprüfen, ob diese richtig berechnet wurden)
  • die AGBs im Bezug auf diese prozentuale Kappung überprüfen - ein maximal 25%iger Bonus im Bezug auf einen Verbrauch von 3.500kWh muss in den AGBs aufgeführt sein
  • falls sich der Vertrag verlängert: Bonus muss ausgezahlt werden, nicht mit zukünftigen Abschlägen verrechnet werden

Sollten Sie ebenfalls von solchen Fällen betroffen sein, steigt die Chance, den Bonus schneller ausgezahlt zu bekommen, enorm. Machen Sie in der Kommunikation mit dem Stromanbieter stets deutlich, dass Sie sich Fristen und Gesetzen auskennen - ohne dabei unhöflich zu werden. Schließlich sitzt am Ende der Leitung immer noch ein Mitmensch.

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Kundenbeschwerden: Haushaltsschutzbrief ExtraEnergie

Gasvergleich Praxisfälle

Neben Beschwerden bezüglich verspäteten Auszahlungen, Abschlussrechnungen oder Fehlern auf besagten Rechnungen, fällt ExtraEnergie ebenfalls durch eine hohe Zahl an Beschwerden zum Thema “Haushaltsschutzbrief” auf.

Der Kontext: zusätzlich zu einem abgeschlossenen Strom- oder Gasvertrag über das Vergleichsportal Check24 wurde zusätzlich ein solcher Schutzbrief dazu gebucht. Im ersten Jahr ist dieser Brief kostenfrei, ab dem zweiten Vertragsjahr wird man dann zur Kasse gebeten.

An sich ist ein solcher Haushaltsschutzbrief keine völlig verkehrte Sache. Falls Sie sich z.B. öfters aussperren und nicht akrobatisch genug sind, um über die Regenrinne ins Eigenheim “einzubrechen”, übernimmt solch eine Versicherung die Kosten des Schlüsseldienstes.

Etwas unangenehm wird es jedoch, wenn sich herausstellt, dass der Brief zwar als an den Energievertrag gekoppelt dargestellt wird, dies aber gar nicht der Fall ist. Mehrere Kunden bemängeln die schwammige und unverständliche Kommunikation seitens ExtraEnergie diesbezüglich. Mit einer Kündigung des Strom- oder Gasvertrages ging nicht eine Kündigung des Schutzbriefes einher - denn dieser hatte eine andere Kündigungsfrist als der Energievertrag! Im Nachhinein musste also ein Service ein weiteres Jahr gezahlt werden, von dem viele im Vornherein gar nicht wussten, dass sie diesen mit den genannten Konditionen dazu buchen.

Ein screenshot. Er zeigt einen Fall auf dem Beschwerdeportal Reclabox. Titel: "Trickserei bei ExtraEnergie und Roland Versicherung". Der Stromanbieter ExtraEnergie bietet scheinbar kostenfreie Zusatzservices an, die im Nachhinein sich als Kostenfalle entpuppen. Quelle: Reclabox.com // Beispiel: Haushaltsschutzbrief entpuppt sich für den Verbraucher als Kostenfalle

Rechtliche Situation

Kurz und knapp: an sich sind solche Zusatzleistungen legal. Wer einen Vertrag abschließt, ist selbst dafür verantwortlich, Kündigungsfristen einzuhalten und auf Vertragslaufzeiten zu achten.

Allerdings weisen im Stromvergleich Kontext mehrere Urteile der letzten Jahre wiederholt auf Transparenz und Verständlichkeit hin. Bewusst in die Irre führende Klauseln in Verträgen sind anfechtbar und daraus resultierende Negativ-Erfahrungen für Verbraucher ein guter Grund, Klage einzureichen oder sich an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden.

Handlungsoptionen

Was sollten Sie tun, falls Sie einen solchen Vertrag inklusive Schutzbrief abgeschlossen haben?

  • überprüfen Sie Ihren Vertrag auf mögliche “kostenfreie” Zusatzservices
  • überprüfen Sie die aktuellen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen
  • Kündigung des Schutzbriefes zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Falls das Kind bereits in den Brunnen gefallen sein sollte und Sie sich in der Situation befinden, einen nicht gewollten Schutzbrief im 2. Jahr zu zahlen:

  • Kontakt mit ExtraEnergie aufnehmen
  • die Situation sachlich darstellen und um kulante Klärung bitten
  • einen Beschwerdefall inklusive Dokumentation der Sachlage und bisheriger Schritte auf Reclabox.com eröffnen
  • orientieren Sie sich dabei an erfolgreich gelösten Beschwerden, die demselben Problem gewidmet wurden

Beispiel:

Der im obigen Screenshot dargestellte Beschwerdefall konnte zu Gunsten des Verbrauchers gelöst werden, da er:

  1. auf die Intransparenz der vertraglichen Klauseln hinwies
  2. den kompletten Vorgang/Kommunikation mit EE dokumentiert
  3. den Fall sauber aufbereitet und online veröffentlicht hat

Sie sollten natürlich nicht blind diesen Beitrag kopieren, da dies wenig authentisch wirkt und Ihre Chancen zur Lösung eher verschlechtert. Alternativ bieten wir Ihnen hier ein Musterschreiben -> Formulierungshilfe, an der Sie sich orientieren können.

Hilfreiche Links:

Ein Fall, der zugunsten des Verbrauchers gelöst werden konnte.

Erfahrungen auf Reclabox mit dem Stromanbieter ExtraEnergie.

Weitere Fälle auf Reclabox bezüglich Haushaltsschutzbrief.