Gasvergleich

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Augen auf beim Gasvergleich,
damit Sie keine böse Überraschung erleben

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Einen Strom- und Gasvergleich vorzunehmen ist eine gute Sache. Schließlich weiß inzwischen fast jeder, dass man insbesondere beim Gas vergleichen bis zu 50% (!) der Kosten des Gastarifs einfach sparen kann. Doch Augen auf beim Gasanbieter vergleichen über eines der Gas Vergleichsportale, da hier eine Reihe von Problemen auf Sie lauern:

  • ganz vorne bei den Vergleichsportalen sind die Gasanbieter mit meisten Beschwerden
  • Verträge von billigen Gasanbietern strotzen vor verbraucherunfreundlichen Klauseln
  • beim Gasvergleich sollten Sie unbedingt auf 5 trickreiche Maschen achten
Probleme beim gas vergleichen
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Gasvergleich Tipp #1:
Achten Sie auf versteckte Preiserhöhungen

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Gasvergleich Problem 1
Discount Strom- und Gasanbieter senken häufig im ersten Vertragsjahr ihren Preis stark ab, damit Sie beim Strom- und Gasvergleich ganz vorne auf den Vergleichsportalen landen. Letztlich möchte Ihnen natürlich kein Strom- und Gasanbieter Geld schenken. Daher greifen insbesondere viele der Strom- und Gas Discounter zur beliebten Masche, mit Ablauf des ersten Vertragsjahres eine (häufig gut versteckte) Preiserhöhung von nicht selten 20-40% vorzunehmen.

Gaspreiserhöhung versteckt im Newsletter

Gasvergleich Praxisfall
Einige Gasanbieter nutzen das Gewand eines Newsletters, um Preiserhöhungen unauffällig mitzuteilen. Vordergründig werden in diesen Newslettern gerne neue Innovationen oder allgemeine Informationen rund um den Strom- und Gasmarkt kommuniziert. Erst bei genauerem Hinsehen merkt man, dass sich darin mitunter gut verpackt eine erhebliche Preiserhöhung verbirgt.

Rechtlicher Hinweis
Es gibt Gerichtsurteile zu dieser Art der Mitteilung von Preiserhöhungen, die diese als unzulässig eingestuft haben. Folglich können Sie dagegen Einspruch einlegen. Laut Gesetz haben Sie das Recht, bis zu 3 Jahre rückwirkend Einspruch dagegen zu erheben.

Gaspreiserhöhung in einer Textwüste vergraben

Gasvergleich Praxisfall
Eine weitere beliebte Masche einiger Strom- und Gasanbieter ist, Preiserhöhungen geschickt in ellenlangen E-Mails, die Sie mit einem Wust an Informationen bombardieren, zu verbergen. Zwischen Daten zur Energiewende, allerlei Webseitenlinks zu unterschiedlichsten Themen und vielen anderen irrelevant wirkenden Informationen finden sich mitunter, ziemlich unaffällig, erhebliche Preiserhöhungen. Diese sind leicht zu übersehen, da in den wenigsten Fällen die Preiserhöhung direkt aufgeführt ist, sondern meist nur ein sehr gering wirkender Gas Arbeitspreis, z.B. "0,0063 Euro". Deutlicher wird dies erst, wenn man sich bewusst macht, dass es sich dabei um einen Arbeitspreis von 6,3 Cent / kWh handelt. Ein Gasvergleich macht schnell deutlich, dass dies weit über dem normalen Gaspreis-Niveau liegt und vermutlich eine saftige Preiserhöhung beinhaltet. Die effektive Preiserhöhung müssen Sie in solch einem Fall selbst berechnen, da der bisherige Arbeitspreis nicht aufgeführt wird und Sie somit einen Vergleich zum alten Gaspreis vornehmen müssen.

Rechtlicher Hinweis
Diese Form der Preiserhöhung ist in Gerichtsurteilen ebenfalls als unzulässig eingestuft worden. Denn jeder Strom- und Gasanbieter ist gesetzlich verpflichtet, Preiserhöhungen mindestens 6 Wochen vor Eintritt transparent mitzuteilen. Folglich können Sie auch in diesem Fall Einspruch gegen die Preiserhöhung einlegen.

Gaspreiserhöhung nur im Online Kundenportal hinterlegt

Gasvergleich Praxisfall
Viele Strom- und Gasanbieter bieten inzwischen ein Online Kundenportal an, indem man die Vertragsunterlagen sowie sonstige Mitteilung des Anbieters online abrufen kann. Einige gewiefte Strom- und Gasanbieter nutzen diese Tatsache dazu, Preiserhöhungen nur im Online Kundenportal zu hinterlegen, d.h. diese nicht auf direktem Wege mitzuteilen. Folglich müssten Sie selber im Online Kundenportal nachschauen, ob sich eine Preiserhöhung von Ihrem Gasanbieter erhalten haben, die üblicherweise einigen Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist (meistens mit Ablauf des ersten Vertragsjahres) vorgenommen werden.

Rechtlicher Hinweis
Gerichtsurteile haben auch diese Art der Mitteilung von Preiserhöhungen als unzulässig eingestuft, da Sie als Verbraucher die Gelegenheit haben müssen, eine Preiserhöhung vor Eintritt zu erfahren und darauf reagieren zu können. Auch die Maßnahme einiger Strom- und Gasanbieter, lediglich eine E-Mail Nachricht, dass eine neue Mitteilung im Online Kundenportal hinterlegt ist, wurde vom Gericht als unzureichend eingestuft.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Damit der anfängliche Gasvergleich nicht in einer teuren Gaspreiserhöhung endet, sollten Sie Sie die nachfolgenden Tipps beim Gasvergleich beherzigen:

  • Schreiben vom Gasanbieter, insbesondere wenn diese kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist eintreffen, sollten aufmerksam lesen statt nur oberflächlich überfliegen
  • Beachten Sie ebenfalls Nachrichten, die nur im Online Kundenportal abgelegt werden
  • Nutzen Sie die Suchfunktion bei digitalen Dokumenten (meistens STRG+F) und suchen Sie nach Begriffen wie "Preisanpassung", "Preisänderung", "Preiserhöhung" und "neuer Arbeitspreis"
  • Prüfen Sie alte Rechnungen, indem Sie den Arbeitspreis zwischen den Jahresrechnungen vergleichen
  • Legen Sie Einspruch gegen unzulässige Preiserhöhungen vom Gasanbieter ein, auch wenn diese einige Jahre zurück liegen (dies ist bis 3 Jahre rückwirkend möglich); falls notwendig durch Einschalten der Schlichtungsstelle Energie
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Gasvergleich Tipp #2:
Kündigen Sie richtig

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Gasvergleich Problem 2
Glücklicherweise nimmt das Problem der erschwerten Kündigungen mehr und mehr ab. Trotzdem kommen uns regelmäßig Fälle unter, bei denen der Gasanbieter sich querstellt und – mitunter unter fadenscheinigen Gründen – die Kündigung ablehnt. Üblicherweise erfolgt die Kündigung des aktuellen Gasvertrags automatisch durch den neuen Gasanbieter. Sofern die Kündigungsfrist zeitnah ausläuft, sollten Sie vorsorglich selber aktiv werden. Dazu reicht ein Brief, Fax oder - im Falle eines online ab dem 1.10.2016 abgeschlossenen Vertrags - auch eine E-Mail. Sofern Sie bei einem der Gasanbieter mit einer auffällig hohen Beschwerdequote sind, sollten Sie die nachfolgend aufgeführten Fälle kennen, damit es bei der Kündigung nicht unerwartet Probleme gibt:

Kündigung des Gasvertrags nur mit originaler Unterschrift akzeptiert

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Einige Gasanbieter haben über lange Zeiträume auf eine Kündigung per Brief inklusiver handschriftlicher Unterschrift beharrt. Oft wurden anders zugestellte Kündigungen verweigert mit der Begründung, dass damit nur der Verbraucher geschützt werden soll. Nicht selten kam es in der Folge dazu, dass die Kündigungsfrist verpasst wurde.

Rechtlicher Hinweis
Dieses Vorgehen einiger Gasanbieter, bei dem sogar Kündigungen via Fax nicht akzeptiert wurden, ist äußerst fragwürdig. Spätestens seit 1.10.2016 ist die Rechtslage eindeutig. Für alle ab diesem Zeitpunkt online geschlossenen Gasverträge gelten gesetzlich vereinfachte Kündigungsvorschriften, an die sich alle Gasanbieter halten müssen. Praktisch bedeutet dies, dass auch eine Kündigung des Gasvertrags via E-Mail ausreicht.

Gasanbieter behauptet, dass keine Kündigung eingegangen ist

Gasvergleich Praxisfall
Einige Discount Gasanbieter haben scheinbar Löcher in den Händen. Zumindest fallen sie dadurch auf, versendete Kündigungen nicht erhalten zu haben.

Rechtlicher Hinweis
Falls der Anbieter auf Briefverkehr beharrt, hilft in einem solchen Fall nur die Kündigung per Einschreiben, da man sonst keinen Erweis erbringen kann, dass man rechtzeitig gekündigt hat.

Gasanbieter stellt sich auf Standpunkt, dass Kündigungsfrist versäumt wurde

Gasvergleich Praxisfall
Einige Strom- und Gasanbieter fallen immer wieder durch kreative Interpretationen von Sachlagen auf. In einem uns vorliegenden Fall berief sich ein Anbieter darauf, dass der Vertrag direkt beim Abschluss in Kraft eintat, anstatt – wie sonst üblich – zu Beginn der Belieferung. Oft ist es allerdings der Fall, dass die erste Gaslieferung und der Zeitpunkt der Vertragsannahme einige Wochen bis Monate auseinander liegen. Dieser Zeitraum wird üblicherweise nicht mitgezählt und alle Fristen orientieren sich am Zeitpunkt der Belieferung.

Rechtlicher Hinweis
Falls einem derartige Interpretationen seitens des Gasanbieter unterkommen, sollte man dagegen Einspruch einlegen, da diese in den wenigsten Fällen rechtlichen Ansprüchen gerecht werden dürften. Auch hier ist im Zweifel die Schlichtungsstelle Energie eine gute Unterstützung bei der Lösungsfindung.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Wie auch im Fall von fragwürdigen Preiserhöhungen gilt bei Problemen bei der Kündigung des Gasanbieters: Nicht schnell ins Bockshorn jagen lassen. Die Rechtslage ist in den meisten Fällen eindeutig. Daher unsere Empfehlung:

  • Bei allen Gasverträgen, die nach dem 1.10.2016 online abgeschlossen wurden gilt: Die Kündigung des Gasvertrags ist per E-Mail möglich!
  • Schauen Sie bei älteren Gasverträgen in den Unterlagen nach, welche Abmachungen bezüglich Kündigung getätigt wurden; achten Sie darauf, dass sich Kündigungsfristen auf den Zeitraum vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit beziehen (z.B. 6 Wochen vor Ablauf des Vertragsjahres)
  • Schalten Sie die Schlichtungsstelle Energie ein, sollte Ihr Gasanbieter nicht auf Ihre berechtigten Einwände eingehen
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Gasvergleich Tipp #3:
Achten Sie auf eine vollständige Guthabenauszahlung

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Gasvergleich Problem 3
Sie wollten die maximale Ersparnis für Ihren Gastarif erzielen und haben daher beim Gas vergleichen zum günstigsten Gastarif mit Wechelbonus gegriffen. Leider sind Sie dabei über eines Gas Vergleichsportale an den billigsten Gasanbieter, einem Discount Gasanbieter mit hoher Anzahl an Kundenbeschwerden, geraten. Viele dieser günstigen Gasanbieter haben zahlreiche kreative Klauseln in ihren Geschäftsbedingungen verankert, auf Basis derer ihnen der Bonusanspruch nicht selten abgesprochen wird. Insofern aufgepasst vor diesen Problemen:

Bonusanspruch verloren aufgrund von Arbeitszimmer oder Photovoltaikanlage

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Eine der beliebtesten Taktiken einiger Gasanbieter, den versprochenen Wechselbonus nicht auszahlen zu müssen, ist eine Klausel, die den Anspruch auf den Wechselbonus verwehrt, wenn der Verbraucher ein Arbeitszimmer im Haus oder eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat. Mit anderen Worten, nur weil man zufällig ein Arbeitszimmer im Haus hat, berufen einige der Discount Gasanbieter auf ihre Geschäftsbedingungen und zahlen den Wechselbonus nicht aus.

Rechtlicher Hinweis
Es gibt Klagen gegen diese Einschränkung unter anderem von der Verbraucherzentrale, die vor Gericht erfolgreich waren. Insofern sollten Sie hellhörig werden, falls Ihr Gasanbieter Ihnen den Bonusanspruch auf Basis eines dieser Gründe verweigern sollte und dagegen Einspruch einlegen.

Neukundenbonus bzw. Wechselprämie wegen Tarifwechsel verweigert

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Stellen Sie sich vor, es flattert ein attraktives Tarifangebot von Ihrem Gasanbieter vor Ablauf des ersten Vertragsjahres im Briefkasten ein. Dieses Tarifangebot bietet Ihnen einen kleinen Bonus, eine verlängerte Preisgarantie oder einen anderen attraktiv wirkenden Vorteil, wenn Sie in den vom Anbieter vorgeschlagenen  Gastarif wechseln. Diese Art von Maßnahme haben einige Gasanbieter angewendet und sich danach auf den Standpunkt gestellt, dass somit kein Anspruch mehr auf den ursprünglich vereinbarten Wechselbonus besteht, da der Kunde schließlich keine 12 Monate in dem ursprünglichen Tarif war. Insofern also Vorsicht bei derartigen Tarifangeboten, die zumeist in den letzten 3 Monaten vor Ablauf der Kündigungsfrist eintreffen.

Rechtlicher Hinweis
Sofern nicht deutlich geworden ist, dass durch den Tarifwechsel der Bonusanspruch entfällt, erscheint es legitim, den Wegfall des Wechselbonus nicht einfach hinzunehmen. Insbesondere sollten Sie die Geschäftsbedingungen dahin gehend prüfen, ob es eine Klausel gibt, die bei Tarifwechsel den Bonusanspruch explizit verwehrt. Selbst wenn eine solche Klausel besteht ist es jedoch fraglich, ob diese von dem Anbieter vor Gericht durchsetzbar wäre.

Gasanbieter zahlt nicht oder nur verspätet das Guthaben aus

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Es kommt nicht selten vor, dass Gasanbieter die Zahlung von Guthaben erst deutlich verspätet oder mitunter nur nach mehrfacher Anforderung durch den Kunden auszahlen. Achten Sie daher stets darauf, sowohl ob Ihnen das richtige Guthaben inklusive aller Wechselboni ausgewiesen wurden als auch ob Ihnen dieses Guthaben und Wechselbonus ausgezahlt wurden.

Rechtlicher Hinweis
Strom- und Gasanbieter sind gesetzlich verpflichtet, Rechnungen spätestens 6 Wochen nach Ablauf des Vertragsjahres zuzustellen. Und vorhandene Guthaben sind umgehend darauf auszuzahlen, ohne weitere Aufforderung. Sollte dies nicht geschehen, können Sie dagegen Einspruch einlegen und bei Verzug unter Fristsetzung den Gasanbieter auffordern, diese umgehend auszuzahlen.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Sie sollten auf Ihr Recht bestehen, sofern Ihr Gasanbieter Ihnen Ihr Guthaben oder Wechselbonus verweigert:

  • Das Beschwerdeportal Reclabox sowie unsere Auswertung im Stromkontext ist eine gute Anlaufstelle, um sich im Vorfeld eines Gasvergleichs ein genaues Bild über die verschiedenen Gasanbieter zu machen
  • Prüfen Sie zudem vorsorglich gleich im Kontext des Gasvergleichs die AGB des jeweiligen Gasanbieters auf Begriffe wie "Tarifwechsel”, “Mehrtarifzähler”, “Doppeltarifzähler”, "Arbeitszimmer", "gewerbliche Nutzung", "Photovoltaik" sowie den Passus zu den Bedingungen zur Bonusauszahlung bzw. Bonusgewährung
  • Falls Ihr Gasanbieter Ihnen den Bonus verwehrt, können Sie sich zunächst unter Nutzung der Beschwerdevorlage der Bundesnetzagentur an den Gasanbieter richten und dagegen Einspruch einlegen
  • Sollte der Gasanbieter dann noch immer nicht einlenken, sollten Sie diesem eine angemessene Frist setzen und bei nicht zufriedenstellender Lösung die Schlichtungsstelle Energie einschalten
  • Achten Sie darauf, dass Sie innerhalb von 6 Wochen nach Ablauf des Vertragsjahres die Abrechnung von Ihrem Gasanbieter erhalten haben und prüfen Sie, ob Sie das Ihnen zustehende Guthaben sowie Wechselbonus zeitnah daraufhin ausgezahlt bekommen
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Gasvergleich Tipp #4:
Nicht einschüchtern lassen von überzogenen Mahnungen

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Gasvergleich Problem 4
Mitunter wirkt es so als ob einige Gasanbieter ein Geschäft daraus machen zu wollen, durch Mahnungen hohe Zusatzerlöse zu erzielen. Denn einige Gasanbieter zögern nicht lange nachdem eine Zahlung fällig geworden ist. Sollte Ihr Konto einmal nicht gedeckt sein, könnte Ihnen prompt die erste Mahnung ins Haus flattern, , schnell gefolgt von einer weiteren Mahnung mit hohen Mahngebühren, wenn Sie nicht umgehend reagieren. Gerade bei besonders günstigen Gasanbietern, die durch Beschwerden auffallen, werden einige Mahnschritte auch gerne mal abgekürzt und die Forderungen nach der ersten Mahnung direkt an ein Inkassobüro abgetreten, welches die Zusatzgebühren dann nochmal deutlich nach oben treibt.

Hohe Mahnungskosten vom Gasanbieter

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Wir haben bereits zahlreiche Fälle erlebt, in denen Strom- und Gas-Discounter im zweiten Mahnschritt die Forderung direkt an ein dritten Dienstleister bzw. Inkassobüro übergeben haben, die dann ihrerseits in Summe Bearbeitungsgebühren von gut 100€ aufgerufen haben. Dies hat mitunter zur kuriosen Tatsache geführt, dass die Mahnkosten die ursprünglichen Forderungen überstiegen haben.

Rechtlicher Hinweis
Es ist äußerst fragwürdig, ob ein solches Vorgehen mit derart hohen Bearbeitungsgebühren und schnell aufeinander folgenden Mahnschritten vor Gericht standhalten würden. Da man sich in aller Regel jedoch nicht über solche Beträge mit dem Gasanbieter streiten möchte, sollte man bei der ersten Mahnung zeitnah reagieren. Für den Fall, dass doch einmal zu einer derart hohen Mahngebühr kommen sollte, hilft dann nur noch der Schritt zur Schlichtungsstelle Energie, damit diese prüft, ob das Vorgehen des Gasanbieters zulässig ist.

Lastschrifteinzugsverfahren bei Kündigung seitens Gasanbieter beendet

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Es gibt einige Gas Discounter, die bei Kündigung das Lastschriftmandat als aufgehoben betrachten und man dann als Kunde aufgefordert wird, alle verbleibenden monatlichen Abschläge selber per Überweisung an den Gasanbieter zu zahlen. Verpassen Sie diesen häufig via E-Mail versandten Hinweis des Gasanbieters, flattern schnell Mahnungen und Forderungen des Inkassobüros ins Haus mit Konsequenzen wie zuvor skizziert.

Rechtlicher Hinweis
Durch Kündigung des Gasvertrags endet nicht automatisch das Lastschriftmandat, es sei denn, dass Sie dieses explizit widerrufen haben. Folglich müsste der Gasanbieter alle weiteren monatliche Abschläge einziehen. Um es jedoch nicht auf einen Konflikt ankommen zu lassen, sollten Sie den Gasanbieter auffordern, sofern dieser Sie zur Überweisung hinweist, dass Sie das Lastschriftmandat nicht entzogen haben und dieser somit bis Vertragsende die Abschlagszahlungen einziehen soll.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Überhöhte Mahngebühren sind ärgerlich. Lassen Sie sich davon jedoch nicht einschüchtern.

  • Damit Sie sich den Ärger von vornherein ersparen, achten Sie auf Mahnschreiben des Gasanbieters und begleichen Sie (berechtigte) offene Forderungen lieber zeitnah
  • Sollte der Gasanbieter Ihnen überzogene Bearbeitungsgebühren in Rechnung stellen, legen Sie dagegen Einspruch ein und zahlen Sie diese nur unter Vorbehalt
  • Reagiert der Gasanbieter nicht auf Ihren Einspruch, legen Sie formale Beschwerde ein, z.B. über das Beschwerdeportal Reclabox
  • Wie auch zuvor empfohlen, ist die Schlichtungsstelle Energie die eine wirksame Instanz, wenn Sie keine direkte Einigung mit dem Gasanbieter erzielen
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Gasvergleich Tipp #5:
Schriftliche Kommunikation ist effektiver per Telefon

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Gasvergleich Problem 5
Der Gasvergleich war einfach und der Wechsel zum günstigsten Gasanbieter verlief problemlos. Doch leider ist jetzt eines oder mehrere der beschriebenen Probleme aufgetreten. “Ach was, bestimmt alles nur ein Missverständnis – ich habe ja gar kein Arbeitszimmer!” denken Sie sich und rufen beim Kundenservice an. Lange Wartezeiten von 15 Minuten und mehr, ein Mix der schlechtesten ‘90er Hits im Hintergrund und schließlich ein Kundenberater, dessen einziges Anliegen es scheint, Sie abzuwimmeln statt Ihr Problem zu lösen, ist das Ergebnis.

E-Mails werden nicht bzw. nur sehr verspätet bearbeitet

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Bei einigen der Discount Gasanbieter scheint Kundenservice eher von untergeordneter Bedeutung zu sein. Denn einige reagieren auf E-Mail Nachrichten nur sehr verzögert. Es sind uns auch zahlreiche Fälle untergekommen, bei denen wichtige E-Mail Nachrichten wie Kündigungen angeblich nicht angekommen sind. Bei seriösen Gasanbietern ein eher seltener Fall, der jedoch gerade bei mittlerweile insolventen Billig Strom- und Gasanbietern öfters auftritt.

Keine Faxnummer vorhanden

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Faxgeräte sind zwar in vielen Kontexten ein Auslaufmodell. Zur Übermittlung von wichtigen Dokumenten inklusive eines Sendenachweises sind sie jedoch sehr praktisch. Schließlich müsste man sonst ein Brief per Einschreiben mit Rückschein versenden, um einen entsprechende Empfangsnachweis in den Händen zu halten. Alle seriösen Gasanbieter verfügen über eine Faxnummer, an die Sie Kündigungsschreiben sowie sonstige Anliegen senden können. Eine Reihe von Discount Gasanbietern bieten jedoch keine Möglichkeit an, ein Fax an diese zu senden.

Profi Tipps beim Gasvergleich

Lassen Sie sich nicht verunsichern, falls Ihr Gasanbieter nicht so leicht zu erreichen ist. Beherzigen Sie vielmehr die nachfolgenden Empfehlungen:

  • Damit Sie nicht bei Problemen alleine im Regen stehen gelassen werden, sollten Sie sich im Vorfeld ein Bild über den jeweiligen Gasanbieter machen
  • Kommunizieren Sie mit Gasanbietern lieber auf dem Schriftwege, sowohl um längere Wartezeiten in der Warteschlange zu vermeiden als auch um einen Versandnachweis zu haben
  • Für alle ab dem 1.10.2016 online geschlossenen Verträge gilt das vereinfachte Schriftformerfordernis, d.h. der Gasanbieter muss wichtige Mitteilungen mit z.B. Kündigungen auf dem E-Mail Wege akzeptieren
  • Sofern eine Faxnummer vorhanden ist, senden Sie Kündigungen und andere wichtige Dokumente am besten auf diesem Wege, da Sie in dem Fall nicht nur einen Versandnachweis, sondern auch eine Empfangsbestätigung mit genauer Empfangszeit haben
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Einige Hinweise zu den Informationen auf dieser Seite

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Wir geben uns größte Mühe, um Sie mit diesem Beitrag bei potenziellen Problemen mit dem Gasanbieter zu unterstützen. Wir möchten Sie vorsorglich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine offizielle Rechtsberatung ersetzen kann. Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Die hier dargestellten Tipps und Beispiele sollen Ihnen als Verbraucher vielmehr eine Grundlage bieten, damit Sie im besten Falle gar nicht erst in eine unschöne Situation mit Ihrem Strom- und Gasanbieter geraten.
Unser Angebot lebt  von Ihrem Feedback! Falls Sie Informationen haben, das Gefühl, dass wir etwas übersehen haben oder uns gerne einfach mal kontaktieren wollen, freuen wir uns über Ihre Mitteilung! :-)

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Aus diesem Grund helfen wir Ihnen beim Gasvergleich

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Fairness steht im Mittelpunkt all unseren Handelns. Es ist für uns eine Herzensangelegenheit, Menschen vor den fragwürdigen Geschäftspraktiken einiger Anbieter zu bewahren. Und wir möchten mit unserem Handeln einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass dieser schief hängende Markt ein wenig gerader gerückt wird.

Wir erachten Transparenz als einen wesentlicher Treiber für derartige Veränderungen und möchten mit diesem Artikel Ihnen klare Tipps an die Hand geben, damit Sie diesen Markt besser durchschauen können und beim Gasvergleich beim richtigen Gasanbieter landen. Wir hoffen daher, dass Ihnen dieser Artikel bei diesem Vorhaben etwas geholfen hat. Sollten Sie keine Lust haben, sich künftig Jahr für Jahr selber um Ihren Gastarif kümmern zu wollen, sollten Sie unseren Tarifaufpasser-Service betrachten, der sicherstellt, dass Ihnen künftig nie mehr zu viel berechnet wird.

 

Gasvergleich Praxisfall(e): "Stromio/Grünwelt: Verbraucher warten auf Bonuszahlungen"

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Gasvergleich Fälle und Fallen
Egal, ob Sie Strom oder Gas vergleichen: der Billigstromanbieter Stromio und die zugehörige Tochtermarke Grünwelt, welche Verbraucher auch mit Gas versorgt, landen beide regelmäßig unter den Top Ergebnissen beim Strom- und Gasvergleich auf einem klassischen Vergleichsportal. Die Tarife sind derart günstig, weil attraktive Sofort- und Neukundenboni versprochen werden. Allerdings berichten viele Kunden über ihre Erfahrungen mit Stromio und Grünwelt, dass Bonuszahlungen nicht fristgerecht ausgezahlt werden.

Gasvergleich Praxisfall(e): “Bonuszahlungen verzögert”

Quelle: Reclabox Stand November 2018

‍Gasvergleich Praxisbeispiel Kontext

Wer beim Gasvergleich zum Discounter Grünwelt gewechselt ist, ärgert sich möglicherweise aktuell wie viele andere Kunden über das Ausbleiben von Bonuszahlungen. Auf dem Beschwerdeportal Reclabox finden sich zum aktuellen Stand für das laufende Jahr 35 Beschwerden im Kontext “Bonuszahlung” - insgesamt fällt Stromio mit 1457 Kundenbeschwerden auf, worunter Beschwerden zu Grünwelt mit aufgeführt sind (Stand November 2018).

Verbraucher beschweren sich über deutliche Fristüberschreitungen. Teils warten sie mehrere Monate über die Frist hinaus auf einen Sofortbonus. Was allerdings lange währt, wird auch endlich gut: nach Veröffentlichung der Beschwerde melden die betroffenen Verbraucher oft innerhalb weniger Tage, dass der Bonus ausgezahlt wurde.

Fristen für Boni:

Sofortbonus wird in der Regel 60-90 Tage nach Belieferungsbeginn ausgezahltprozentual am Verbrauch berechneter Neukundenbonus wird regulär nach 12 Monaten Vertragslaufzeit im Rahmen der Schlussrechnung ausgezahlt, also spätestens 6 Wochen nach Ablauf der Vertragslaufzeit

Warum wird der Neukundenbonus erst so spät ausgezahlt? Da der Bonus sich am tatsächlichen Jahresverbrauch orientiert (z.B. 15% vom Verbrauch), wird er im Rahmen der Schlussrechnung ausgezahlt.

Rechtliche Situation des Gasvergleich Praxisbeispiels

Im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) finden sich, wie der Name sagt, Gesetze und Klauseln rund ums Thema Strom und Gas. Gemäß §40 EnWG haben Gasanbieter 6 Wochen Zeit, um eine Schlussrechnung anzufertigen. Innerhalb dieser Frist muss etwaiges Guthaben an den Verbraucher ausgezahlt werden. Guthaben entsteht beispielsweise durch a) Bonuszahlungen und b) geringerer Verbrauch, als über das Jahr hinweg durch monatliche Abschläge bezahlt wurde. Die Verbraucherzentrale NRW referenziert in diesem Kontext außerdem ein Urteil des OLG Düsseldorf (AZ 1-20 U 136/14), nach dem Guthaben “unverzüglich zu erstatten” sei.

Handlungsoptionen für dieses Gasvergleich Praxisbeispiel

Wenn Sie konkret beim Gas vergleichen Kunde von Grünwelt Energie wurden oder für den Fall des Falles vorbereitet sein möchten (schließlich bedeutet ein Wechsel zu einem Discount Gasanbieter nicht zwangsläufig, dass Probleme auftreten), können Sie sich an diesen Handlungsoptionen orientieren:

Rechnung auf Korrektheit prüfen (Zählerstände, Verbrauch, vertraglich vereinbarter Grund- + Arbeitspreis)wurden alle Boni aufgeführt? (Sofortbonus, Neukundenbonus) wurde der Neukundenbonus korrekt am tatsächlichen Verbrauch orientiert berechnet? (in der Regel 15% oder 25% des Jahresverbrauchs)der Bonus sollte ausgezahlt und nicht mit zukünftigen Abschlägen verrechnet werden, falls Sie auch für ein weiteres Jahr Kunde der Grünwelt Energie bleibenfalls Guthaben/Bonus einige Tage nach Erhalt der Rechnung nicht auf Ihrem Konto eingegangen sein sollten: schriftlich per Einwurfeinschreiben die unverzügliche Auszahlung anfordern, gemäß dem oben genannten Urteil des OLG Düsseldorf

Falls Sie noch keine Rechnung erhalten haben sollten:

Datum des Vertragsendes überprüfen: Gasanbietern bleibt bis zu 6 Wochen Bearbeitungszeit nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeitper Einwurfeinschreiben oder Fax, um sicherzugehen, auf die Frist gemäß §40 EnWG hinweisen und eine Zusendung der Schlussrechnung fordernsetzen Sie eine faire Bearbeitungsfrist von zwei Wochen

Wir empfehlen, Zählerstände zu dokumentieren (beispielsweise durch ein Foto auf dem Handy) und alle Schreiben und Rechnungen genauestens zu überprüfen. Egal, ob man regelmäßig bei Gasvergleich Ausschau nach günstigen Gasanbietern hält oder den Gasvergleich scheut: Gasanbieter sind auch nur Menschen, sozusagen, und dementsprechend können Fehler passieren. Es liegt allerdings am Verbraucher, wachsam zu bleiben und auf Fehler aufmerksam zu machen, damit solche Probleme schnell gelöst werden.

Falls grundsätzlich die von Ihnen gesetzten Fristen seitens des Discount Gasanbieters nicht eingehalten werden, können Verbraucher sich kostenfrei an Verbraucherzentralen, die Schlichtungsstelle Energie und Beschwerdeportale wie Reclabox wenden. Damit Sie im Gasvergleich Kontext wissen, worauf es wirklich ankommt, haben wir in unserem Gasvergleich Artikel die gängigsten Probleme beim Gas vergleichen aufgeführt und erläutert.

Fazit

Durch einen günstigen Gastarif mit Bonus kann man effektiv bis zu 750 € oder sogar mehr sparen - je nachdem, welcher Fluktuation die Gaspreise momentan ausgesetzt sind. Toll also, wenn Sie als Verbraucher den verdienten Bonus auch fristgerecht ausgezahlt bekommen. Deshalb empfiehlt es sich, stets mit einem wachsamen Auge alle Unterlagen des Gasanbieters zu vergleichen und zu überprüfen.

Hilfreiche Links

Weitere Fälle & Fallen im Stromvergleich Kontext

Gasvergleich Praxisbeispiel: Guthaben ist unverzüglich zu erstatten.

Gasvergleich Praxisfall(e): "Vox Energie Sonderkündigung & Umzug"

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Aufpassen beim Gasvergleich!
Vox Energie - nicht zu verwechseln mit dem TV Sender - bietet das Rundumpaket: Strom, Gas, Telefonie, Internet. Die Mitarbeiter von Vox vertreiben das Paket hauptsächlich übers Telefon. Sie darüber zu erreichen, wenn ein Problemfall auftritt, ist laut Verbrauchern auf dem Beschwerdeportal Reclabox hingegen oft nicht so einfach. Besonders bemängeln die Reclaboxer diesen Umstand, wenn sie im Rahmen eines Umzugs eine Sonderkündigung an Vox aussprechen möchten - und dann erstaunt feststellen, dass auch nach dem Umzug weiter abgebucht wird.

Stromvergleich Praxisfall(e): “Grundpreis im Umzugskontext weiter an Vox Energie zahlen”

Gasvergleich Beispiel Vox Energie Sonderkündigung im Umzugskontext
Quelle: Reclabox.com/de Stand November 2018

Gasvergleich Praxisbeispiel Kontext

Der Strom- und Gasanbieter Vox Energie fällt auf dem Beschwerdeportal Reclabox durch aktuell 337 Kundenbeschwerden auf (Stand: 20.11.2018). Bisher finden sich über 10 Beschwerden zum Thema Umzug & Sonderkündigungsrecht. Einige Gasanbieter definieren bestimmte Regelungen zu diesem Thema in ihren AGBs. Vox Energie z.B. fordert Kunden auf, mindestens 4 Wochen vorher einen Umzug zu melden: neue Adresse und Postleitzahl werden gefordert, um zu überprüfen, ob die Belieferung auch am neuen Wohnort stattfinden kann.

So weit, so wenig außergewöhnlich. Interessanterweise fordert Vox Energie allerdings keine formlose Kündigung, sondern die Nutzung eines bereitgestellten Online Formulars bzw. die Einsendung eines spezifischen Vordrucks. Wer grundsätzlich in eine neue Wohnung zieht, soll bitte das Online Formular nutzen; wer in eine Wohnung mit bestehendem Gasvertrag zieht, von dem wird der Vordruck gewünscht.

Beispiel Gasvergleich Vox Energie PDF Sonderkündigung bei Umzug
Quelle: Vox Energie Stand November 2018

Auf diesem Vordruck findet sich unter anderem diese Information:

“Nach dem Umzug stellen wir Ihnen den Grundpreis für Ihren bisherigen voxenergie-Vertrag bis zum Laufzeitende in Rechnung.”

Wenn beispielsweise ein Vox Energie Kunde nach 12 Monaten eines 24-monatigen Vertrags umzieht und am neuen Wohnort nicht weiterhin von Vox Gas beziehen kann, werden die restlichen 12 Monate Grundpreis in Rechnung gestellt - bis Vox Energie die Gasbelieferung wieder übernimmt. Denn mit dem Vordruck wird nicht nur über einen Umzug in Kenntnis gesetzt, sondern zusätzlich direkt ein neuer Vertrag mit dem Energieversorger abgeschlossen.

Dieses Verfahren finden wir von SwitchUp verwunderlich. Wenn eine Sonderkündigung eingereicht und akzeptiert wurde, gilt in der Regel ein Vertrag als gekündigt, eine Schlussrechnung wird erstellt und jegliche Ansprüche werden geltend gemacht (z.B. Guthaben an den Verbraucher auszahlen oder Nachzahlungen vom Verbraucher an den Gasanbieter).

In den AGBs von Vox Energie finden sich im Unterkapitel 9. Umzug:

“voxenergie gewährt das Recht zur vorzeitigen Vertragsbeendigung, wenn die Belieferung durch voxenergie an der neuen Verbrauchsstelle nicht möglich ist”.

In den gesamten AGBs findet sich keine Regelung, nach derer diese Gebühr (Restzahlung des Grundpreises) bei Unmöglichkeit der Belieferung begründet wird. Es wird ebenfalls nicht von einer Umzugspauschale, Bearbeitungskosten oder ähnlichem gesprochen (Stand November 2018). Wir fragen uns also: wenn eine Sonderkündigung akzeptiert wird, da keine Belieferung am neuen Standort stattfinden kann, warum werden dann weitere Forderungen an die Verbraucher gestellt? Und warum wird durch das in den AGBs erforderte Formular ein neuer Gasvertrag mit Vox Energie abgeschlossen?

Rechtliche Situation des Gasvergleich Praxisbeispiels

Oft gedacht, aber leider ein Irrtum: eine Sonderkündigung im Falle eines Umzugs steht Verbrauchern nicht pauschal zu. Sie wird aber im Regelfall vom Gasanbieter eingeräumt, falls die Belieferung nicht zu den gleichen Konditionen weiterhin stattfinden kann. In den AGBs finden sich Fristen und Regelungen diesbezüglich, beispielsweise kann ein Anbieter fordern, dass der Umzug mindestens 4 Wochen vorher angekündigt wird. Finden sich dort ebenfalls Klauseln, dass bei Möglichkeit die Belieferung fortgesetzt wird, benötigt der Gasanbieter die konkrete Adresse des nächsten Wohnorts, um diese Möglichkeit zu überprüfen.

Um eine Sonderkündigung auszusprechen, sind Verbraucher nicht verpflichtet, bestimmte Formulare zu nutzen. Auch eine formlose Kündigung kann per Einwurfeinschreiben versandt werden, so die Verbraucherzentrale.

Verbraucherschützer verweisen auf BGB § 314 (1), nach dem Verträge aus “wichtigen Gründen” fristlos gekündigt werden können. Ein Umzug ist zwar für Sie als Verbraucher ein wichtiger Grund, allerdings weisen andere Juristen wiederum auf “angemessene Fristen” hin.

Gemäß EnWG § 41(1) müssen Verträge Klauseln enthalten, anhand derer mögliche Schadensersatzansprüche konkret und verständlich nachvollziehbar gemacht werden.

Handlungsoptionen für dieses Gasvergleich Praxisbeispiel

Vorlage: Musterschreiben für Sonderkündigung wegen Umzug

Sie sind Vox Energie Kunde und ein Umzug steht bevor? Dann achten Sie auf diese Gasvergleich Praxistipps:

Bei Umzug Sonderkündigung richtig an Vox Energie aussprechen

  • spätestens vier Wochen vor Umzug den Gasanbieter über das Auszugsdatum in Kenntnis setzen (laut AGBs)
  • seit dem 1.10.2017 gilt eine “vereinfachte Schriftformerfordernis” für online abgeschlossene Verträge, weshalb eine E-Mail in solchen Fällen ausreicht
  • falls Sie ganz sichergehen möchten oder den Vertrag nicht online abgeschlossen haben, schriftlich die Sonderkündigung per Einschreiben oder Fax einreichen
  • falls am neuen Wohnort die Belieferung weiterhin ohne Veränderung stattfinden kann, wird Ihnen der Gasanbieter die Sonderkündigung nicht gewähren; in diesem Fall ändert sich nichts an der vertraglich vereinbarten Laufzeit und der Vertrag läuft weiter (seltener Fall)
  • falls ein Nachweis gefordert wird, reicht bspw. eine Kopie der Meldebestätigung oder des Übergabeprotokolls der neuen Wohnung
  • falls die Sonderkündigung gewährt wird, weil keine Belieferung zu den gleichen Konditionen am neuen Wohnort stattfinden kann, ist davon auszugehen, dass der Vertrag zum Zeitpunkt des tatsächlichen Auszugs als gekündigt gilt (könnte die Belieferung fortgeführt werden, allerdings zu höheren Preisen, können Sie aufgrund der de facto Preiserhöhung außerordentlich kündigen)
  • widersprechen Sie der Forderung von Vox Energie, Ihnen im Falle einer gewährten Sonderkündigung bis zum regulären Ende der Laufzeit weiterhin den Grundpreis in Rechnung zu stellen; laut EnWG § 41 (1) sind konkrete Regelungen in den AGBs erforderlich, nach denen solche Ansprüche begründet sein müssen
  • falls Sie den Vordruck von Vox Energie oder das Online Formular zur Sonderkündigung nutzen, erweitern Sie diese um einen Vermerk, dass Sie keinen neuen Vertrag am zukünftigen Wohnort wünschen

Dass Sie als Verbraucher auf einem klassischen Vergleichsportal beim Gasvergleich zu Vox Energie gewechselt sind, ist eher unwahrscheinlich. Denn dieser Anbieter findet sich selten bis nie in den Top10 Ergebnissen der Vergleichsportale. Eher wird Verbrauchern, zumindest laut Aussagen auf Reclabox, telefonisch ein unverbindliches Gastarif Angebot gemacht, woraufhin wenige Tage später Vertragsunterlagen von Vox Energie im Briefkasten liegen. Wer sich nicht erinnern kann, am Telefon konkret einen Vertrag abgeschlossen zu haben (und diesen auch nicht möchte), muss nun selbst aktiv werden und einen schriftlichen Widerruf senden:

Einen telefonisch abgeschlossenen Vertrag widerrufen

  • überprüfen Sie die schriftlichen Unterlagen ganz genau; möglicherweise ist Ihr Interesse an den am Telefon versprochenen Gastarif Angebot fälschlicherweise als Vertragsabschluss gewertet worden
  • innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Unterlagen schriftlich per Einschreiben oder Fax (Empfangsnachweis) unter Angabe der Vertragsnummer einen Widerruf an Vox Energie senden; es erfordert keiner besonderen Begründung für das gesetzlich gewährte Widerrufsrecht
  • falls diese Frist überschritten wurde → den Widerruf begründet formulieren: falls am Telefon Ihrerseits kein Vertrag abgeschlossen wurde, sollten Sie dies genauso darlegen; in solch einem Fall ist eine Beratung durch Verbraucherschützer ratsam

Grundsätzlich möchten wir betonen, wie wichtig es ist, dass jegliches Schriftstück eines Strom- oder Gasanbieters präzise gelesen wird. Manchmal werden wichtige Unterlagen fälschlicherweise für Werbung gehalten und landen ungelesen im Papierkorb. Dies kann Sie im Zweifelsfall teuer zu stehen kommen, wenn beispielsweise dadurch eine Widerrufsfrist überschritten wird.

Unserer Erfahrung nach lohnen sich Strom- und Gastarife, die ausschließlich telefonisch vertrieben werden, oft nicht. Auf klassischen Vergleichsportalen finden sich Gastarife in der Regel zu besseren Konditionen. Damit Sie beim Gasvergleich keine bösen Überraschungen erwarten brauchen, haben wir von SwitchUp die wichtigsten Tipps zum Gasanbieter Vergleich zusammengefasst.

Fazit

Bei einem Umzug sollten sich Ihre Gedanken nicht um Gasvergleich und den Trubel drum herum drehen. Umzugskartons und viel zu enge Treppenhäuser sind trubelig genug. Unschön, wenn zusätzlich noch höchst fragwürdige Zahlungen gefordert werden. Wenn eine Sonderkündigung von Vox Energie gewährt wurde und auch die AGBs keine Begründung für diese Zahlung liefern, stellt sich die Frage, weshalb der Gasanbieter diese Forderungen stellt.

Hilfreiche Links:

Gasvergleich Praxisbeispiel: Verbraucherschützer verklagen u.a. Vox Energie, aufgrund fragwürdiger Geschäftspraktiken und ungewollter Verträge übers Telefon

Gasvergleich Praxisbeispiel: Der Westen berichtet über weiterführende Forderungen seitens Anbieter, trotz Sonderkündigung bei Umzug

Disclaimer:

Die hier aufgeführten Handlungsoptionen ersetzen keine Rechtsberatung und sind nicht als solche zu verstehen. Im konkreten Fall sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden.

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