Stromvergleich Tipps

Strom vergleichen - Kapiteltrenner rotes Stromkabel links

Vorsicht Falle: Aufpassen beim Stromvergleich!

Strom vergleichen - Kapiteltrenner rotes Stromkabel rechts

Fast alle Menschen wissen inzwischen: Es lohnt sich, Stromvergleiche vorzunehmen. Wenn Sie einfach auf eines der diversen Stromvergleich-Portale gehen und die günstigsten Stromanbieter vergleichen, sollten Sie allerdings Vorsicht walten lassen: wechseln Sie zum Beispiel zu einem der erstplatzierten Stromanbieter, kann Ihnen möglicherweise eine böse Überraschung blühen! Hier finden Sie hilfreiche Tipps, damit Sie nicht zu einem Stromanbieter wechseln, der fragwürdige Geschäftspraktiken an den Tag legt.

  • Die ersten Plätze der Stromvergleiche belegen Anbieter mit den meisten Beschwerden.
  • Stiftung Warentest beurteilte nur 2 von 49 Tarifen der Billigstromanbieter als fair.
  • Beim Stromvergleich sollten Sie unbedingt auf die 6 häufigsten Fallen achten.
Stromvergleich - Vorsicht Falle - Kunde sitzt nichtsahnend mit dem Rücken zum Betrachter in einem roten Sessel in einer großen Bärenfalle, die in eine Steckdose eingesteckt ist.
Augen auf beim Stromvergleich

Anbieter mit den höchsten Beschwerdezahlen ganz vorne im Stromvergleich

Ein Stromvergleich für die 10 größten Städte in Deutschland verdeutlicht: Die vorderen Ränge der Stromvergleich-Portale werden in aller Regel von den Stromanbietern mit den höchsten Beschwerdezahlen belegt. Wie sie das schaffen? Indem sie den Preis im 1. Vertragsjahr durch einen sehr hohen Neukundenbonus noch stärker absenken als andere Stromanbieter. Insofern auch Augen auf beim Strompreisvergleich, damit Sie nicht ungewollt bei einem Stromanbieter landen, durch den sie später eine unangenehme Überraschung erleben.

Platz 1-10 der Stromvergleich-Portale:
Dominiert von Stromanbietern mit den höchsten Beschwerdezahlen
Stadt
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Berlin
Hamburg
München
Köln
Frankfurt a.M.
Stuttgart
Düsseldorf
Dortmund
Essen
Leipzig
Quelle: SwitchUp Stromvergleich bei 3500 kWh Verbrauch auf Basis der klassischen Vergleichsportale, Stand 10.10.2017 / Roter Kreis = hohe Beschwerdezahlen

Hinweis: Bei der Auswertung haben wir die Stromanbieter je nach Beschwerdezahl gekennzeichnet. Die Stromvergleiche der 10 größten Städte sollen vor allem illustrieren, dass einige Stromanbieter mit Hilfe von Wechselbonus & Co. stets die ersten Plätze der klassischen Strom-Vergleichsportale dominieren.

Vor einiger Zeit hat Stiftung Warentest Stromtarife der Billigstromanbieter unter die Lupe genommen und ist zum Ergebnis gekommen: Nur 2 von 49 Stromtarifen sind fair. Das gleiche gilt beim
Gasvergleich.

Die Stromanbieter mit den meisten Beschwerden sollten Sie kennen

Beschwerden sind ein guter Indikator für die Geschäftspraxis des jeweiligen Stromanbieters und man sollte diese für einen sicheren Stromvergleich stets berücksichtigen. Reclabox ist ein Beschwerdeportal, auf dem Sie mittlerweile mehr als 8.800 Beschwerden über Stromanbieter vergleichen können (Stand 1.8.2017*). Rund 2.000 Beschwerden stammen davon aus den letzten 12 Monaten, von denen 90% der Beschwerden auf gerade einmal 5 Stromanbieter entfallen. Und dies bei mehr als 1.000 Stromanbietern in Deutschland. ExtraEnergie und Stromio haben in Summe sogar die Beschwerdezahl der insolventen Stromanbieter Teldafax und Flexstrom, den beiden größten Insolvenzen in Deutschland, überschritten.

* Aktueller Stand: 11.594 Beschwerden zu Stromanbietern (29.11.2018)

Beschwerde-Spitzenreiter unter den Stromanbietern
#
Stromanbieter
(und Marken)
Beschwerden
(8.800 gesamt)
Beschwerden
(2.000 letztes Jahr)
1
ExtraEnergie
(Priostrom, HitStrom)
1455
159
2
Stromio
(Grünwelt Energie, Gas.de)
1289
287
3
TelDaFax
1060
insolvent
4
E.ON
883
44
5
Flexstrom
608
insolvent
6
Fuxx
(Grüner Funke, PlusStrom)
555
425
7
365 AG
(almado Energy, Immergrün Energie, idealenergie, Meisterstrom)
543
26
8
BEV
(Enervatis)
517
381
9
primastrom
(voxenergie)
500
335
10
Care Energy
480
insolvent
Quelle: Reclabox Beschwerden, SwitchUp Auswertung, Stand 1.8.2017

Hinweis: Die Beschwerdezahl sollte man natürlich im Kontext der Kundenzahl beurteilen (z.B. ist bei E.ON aufgrund der Größe eine höhere Beschwerdezahl zu erwarten). Zudem sollte man sich die genauen Beschwerdegründe vertiefend anschauen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe neuer Billigstromanbieter, die noch nicht in der Liste auftauchen, aber ebenfalls durch wenig kundenfreundliche Geschäftspraktiken wie verzögerte Guthabenauszahlungen oder drastische Preiserhöhungen auffallen.

Kundenbewertungen auf Vergleichsportalen gilt es mit Vorsicht zu genießen

Fast alle Vergleichsportale bieten beim Stromvergleich inzwischen Kundenbewertungen zu jedem Anbieter. Eine gute Sache, die jedoch einen entscheidenden Haken hat. Die Kundenerfahrungen beim Strompreisvergleich werden in aller Regel am Anfang der Vertragsbeziehung abgefragt. Ergo: Man kann noch gar nicht beurteilen, ob man bei dem jeweiligen Anbieter gut aufgehoben ist, da die Probleme meistens erst gegen Ende des ersten Vertragsjahres beginnen.  

Beschwerden vs. Kundenwertungen
#
Anbieter
(und Marken)
Beschwerden
(gesamt)
Bewertung
auf Check 24
Bewertung
auf Verivox
1
ExtraEnergie
Priostrom
HitStrom
1455
4,3
4,3
4,3
4,4
4,4
---
2
Stromio
Grünwelt Energie
Gas.de
1289
4,3
4,3
4,3
3,7
3,7
3,7
3
TelDaFax
1060
insolvent
insolvent
4
E.ON
883
4,3
4,8
5
Flexstrom
608
insolvent
insolvent
6
Fuxx
Grüner Funke
PlusStrom
555
3,5
3,5
---
3,7
3,7
---
7
Almado Energy
Immergrün Energie
idealenergie
Meisterstrom
543
4,1
4,1
4,1
4,1
---
4,0
4,0
---
8
BEV
Enervatis
517
4,3
3,4
4,7
---
9
primastrom
voxenergie
500
---
---
---
---
10
Care Energy
480
insolvent
insolvent
Quelle: Reclabox Beschwerden, Verivox und Check24 Kundenbewertungen, Stand 1.8.2017
Erläuterung: Uns überrascht die Tatsache, dass bei Stromvergleichen über die Vergleichsportale fast alle Stromanbieter eine Kundenbewertung von 3,5 oder mehr Sternen erreichen und die meisten Kundenbewertungen sogar bei über 4 Sternen liegen, unabhängig von der jeweiligen Beschwerdezahl.
Strom vergleichen - Kapiteltrenner rotes Stromkabel oben

Teure Stromvergleiche: Das Geschäftsmodell der Billigstromanbieter

Strom vergleichen - Kapiteltrenner rotes Stromkabel unten

Sie werden sich vielleicht fragen, wie es sein kann, dass manche Anbieter bei Strom vergleichen stets die günstigsten Strompreise anbieten können. Denn: die meisten Stromtarife mit Prämie erwirtschaften im 1. Vertragsjahr kein Geld. Mit anderen Worten: Viele Billigstromanbieter verlieren Geld, wenn Sie Ihren Vertrag zum Ende des 1. Vertragsjahres kündigen. Daher legen zahlreiche Billigstromanbieter viel Kreativität an den Tag, um sich den in Sie investierten Bonus – mitunter doppelt und dreifach – zurück zu verdienen. Das gleiche Problem besteht übrigens genauso beim Gasvergleich.

Stromvergleich Falle 1: Verbraucher sitzt mit dem Rücken zum Betrachter in einem roten Sessel. Im Sesselrücken steckt ein Messer mit einem Schil (Versteckte Preiserhöhung) und auf dem Schoß hält der Verbraucher ein Schreiben mit dem Titel "Gute Nachrichten".

Stromvergleich-Falle 1: Versteckte Preiserhöhungen

Beliebtester Trick vieler Billigstromanbieter im Markt ist, mit Ablauf des ersten Vertragsjahres die Strompreise nicht selten um 20-30% zu erhöhen. Dies führt dann häufig dazu, dass aus der anfänglichen Ersparnis ein Strompreis wird, bei dem man häufig mehr als im Grundversorgertarif zahlt. Besonderer Clue: Die Strompreiserhöhungen sind häufig so gestaltet, dass man diese leicht übersieht. Daher kommen viele der Billigstromanbieter in den meisten Fällen damit durch. Und das auf Kosten der Kunden.

Strompreiserhöhungen als Newsletter getarnt

Stromvergleich Praxisfälle
In der Vergangenheit haben eine Reihe von Stromanbietern wie z.B. Stromio/Grünwelt ihre Strompreiserhöhungen in zahlreichen uns vorliegenden Fällen relativ unauffällig in einem Newsletter-ähnlichen Schreiben untergebracht. Insofern verwundert es nicht, dass viele Kunden die Strompreiserhöhungen übersehen haben. In jüngerer Vergangenheit ist Stromio/Grünwelt auf eine konventionellere Art der Preiserhöhungsschreiben umgestiegen, häufig immer noch mit beachtlichen Preissteigerungen. Enstroga, ein vergleichsweise neuer Billigstromanbieter, bringt Strompreiserhöhungen bei uns vorliegenden Beispielfällen in Informationsschreiben unter, welche den Eindruck erwecken könnten, als ob es um die Vorstellung von Produktinnovationen geht.

Betreffende Stromanbieter *
- Stromio (Grünwelt Energie, Gas.de)
- Enstroga

Rechtliche Situation
Es gibt von Seiten des Gesetzgebers klare Anforderungen an eine Preiserhöhung: (1) Billigkeit: Durch die Preiserhöhung darf der Stromanbieter seinen Gewinn nicht beliebig steigern. Vielmehr muss die Preiserhöhung bei Verträgen mit einseitiger Festlegung durch den Stromanbieter gemäß BGB dem Prinzip der Billigkeit gerecht werden und muss somit im Verhältnis zur tatsächlichen Gesamtkostenentwicklung stehen. Preiserhöhungen von 20-30%, wie sie einige der Billigstromanbieter regelmäßig vollziehen, könnten somit unter diesem Gesichtspunkt als fraglich bewertet werden. (2) Transparenz: Preiserhöhungen müssen erkennbar, mind. 6 Wochen vor Eintritt, mitgeteilt werden. Es ist somit fraglich, ob eine Preiserhöhung, die den Anschein erweckt, als ob es sich um einen Newsletter handelt, dem Transparenzanspruch gerecht wird. (3) Zulässige Preisanpassungsklausel: Preisanpassungsklauseln müssen klar erkennen lassen, unter welchen Bedingungen und in welchem Umfang Stromanbieter die Preise erhöhen. Preisanpassungsklauseln in den AGB vieler Stromanbieter, die die Rechte des Kunden unangemessen eingeschränkt haben, sind in zahlreichen Gerichtsverfahren als ungültig erklärt worden. Sollte ein Stromanbieter gegen eine dieser Anforderungen verstoßen, ist die Preiserhöhung als potenziell unzulässig einzustufen. Darüber hinaus hat der Bundesgerichtshof in einem neuen Urteil mehr Transparenz vorgeschrieben, indem künftig der alte und neue Strompreis gegenübergestellt sowie Veränderungen der einzelnen Kostenbestandteile wie Netzentgelte, Stromsteuer oder EEG-Umlage aufgeschlüsselt werden müssen (BGH-Urteil vom 6. Juni 2018, Az. VIII ZR 247/17)

Strompreiserhöhungen in seitenlangem E-Mail Fließtext unauffällig untergebracht

Stromvergleich Praxisfälle
Diverse Billigstromanbieter haben ihre Strompreiserhöhungen in seitenlangen Fließtexten untergebracht, bei denen man den Eindruck gewinnen könnte, dass diese bewusst so gestaltet sind, damit man die Preiserhöhung nicht erkennt. Von dem Strom- und Gasanbieter ExtraEnergie liegen uns dutzende via E-Mail versandter Preiserhöhungsmitteilungen mit dem Betreff "Energiemarktentwicklungen und Preisanpassung" vor, die alle nach einem ähnlichen Muster gestaltet sind und bei denen sich der Text über viele Seiten erstreckt. Die Preiserhöhung ist zwischen zahlreichen Links über die Energiewende in einem der vielen Absätze – leicht zu übersehen – untergebracht, indem lediglich der neue Arbeitspreis aufgeführt ist. Da der vorherige Arbeitspreis nicht genannt ist, muss man diesen aus den alten Unterlagen zunächst raussuchen, um die tatsächliche Erhöhung errechnen zu können.

Betreffende Stromanbieter *
- ExtraEnergie (PrioEnergie, HitEnergie)

Rechtliche Situation
Die Verbraucherzentrale Sachsen hat gegen die Mitteilungspraxis der Strompreiserhöhungen von ExtraEnergie geklagt. Das Landgericht Düsseldorf hat diese Art der Preiserhöhungen als nicht transparent und daher für unwirksam erklärt (OLG Düsseldorf, Az. I-20 U 37/16, noch nicht rechtskräftig).

Strompreiserhöhungen lediglich ins Online-Portal eingestellt

Stromvergleich Praxisfälle
Es gibt immer wieder Stromanbieter, die Preiserhöhungen nicht aktiv per E-Mail bzw. per Post zustellen, sondern lediglich in das Online-Portal des Stromanbieters einstellen. Die Gefahr ist somit groß, mögliche Preiserhöhungen nicht mitzubekommen. Bei dem Anbieter 365 AG kam es in der Vergangenheit zu Fällen, wo die Strompreiserhöhungen nur online eingestellt wurden.

Betreffende Stromanbieter *

- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)

Rechtliche Situation
Die Mitteilungspraxis von Preiserhöhungen lediglich durch Einstellen in das Online-Portal des Anbieters ist in einer Reihe von Gerichtsurteilen als nicht ausreichend bewertet worden. In diesen Urteilen kamen die Gerichte zur Schlussfolgerung, dass der Stromanbieter sicherstellen muss, dass die Preiserhöhungsmitteilung auch zugeht. 

Doppelte Strompreiserhöhung in Zusammenhang mit EEG-Umlage

Stromvergleich Praxisfälle
Vor dem Hintergrund, dass Strompreiserhöhungen potenziell den Kunden aufschrecken und zu einer Kündigung führen können, ist es auch Sicht des Stromanbieters vorteilhaft, wenn man möglichst wenige Preiserhöhungen versendet. Der relativ neue Stromanbieter Strogon hat bei uns vorliegenden Strompreiserhöhungen im Rahmen der gestiegenen EEG-Umlage gleich eine zweite, häufig sehr hohe Preiserhöhung darin verpackt, die mitunter erst rund ein Jahr später wirksam wird. Somit könnte sich der Stromanbieter potenziell auf den Standpunkt stellen, seiner Mitteilungspflicht bereits gerecht geworden zu sein und somit den Kunden nicht erneut vor Eintritt des Datums über die zweite Preiserhöhung informieren zu müssen. Durch die beiden Strompreiserhöhungen resultierten in einigen uns bekannten Fällen, unter Berücksichtigung des Neukundenbonus, Mehrkosten für den Kunden von 70-80% gegenüber dem ersten Vertragsjahr. 

Betreffende Stromanbieter *
- Strogon

Rechtliche Situation
Eine gerichtliche Einschätzung, ob eine zweite Strompreiserhöhung zusammen mit der Anpassung der EEG-Umlagen mitzuteilen, rechtlich zulässig ist, liegt uns zu diesem Zeitpunkt nicht vor. In jedem Fall gilt bei einer Strompreiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht bis zum Eintreten dieser Preiserhöhung. Dies gilt übrigens – wie im jüngst vom Bundesgerichtshof im Kontext einer
Klage gegen Stromio bestätigt (BGH, Az. VIII ZR 163/16) – auch, wenn nur die Mehrkosten aufgrund der staatlichen Umlagen und Abgaben angepasst werden. Bislang hatten viele Stromanbieter in dem Fall eine Sonderkündigung für den Kunden ausgeschlossen. Praktisch bedeutet dieses Gerichtsurteil übrigens, dass man auch jetzt noch (bis zu 3 Jahre rückwirkend) gegen derartige Preiserhöhungen Einspruch einlegen kann und die daraus resultierenden Mehrkosten zurückfordern kann (Musterschreiben der Verbraucherzentrale).

Die Preiserhöhungs-Spitzenreiter

Nachdem Sie nun einige der Preiserhöhungstaktiken kennen, fragen Sie sich vielleicht, ob denn nicht jeder Anbieter die Strompreise erhöht? Vom Grundsatz ist es durchaus richtig, dass viele Stromanbieter ihre Preise erhöhen, insbesondere wenn die staatlichen Abgaben (z.B. die EEG-Umlage) erhöht werden, auf die Anbieter keinen Einfluß haben. Aber: Es gibt Strom- und Gasanbieter, deren Preiserhöhungen deutlich (!) jenseits der tatsächlich gestiegenen Bezugskosten liegen.

Wir arbeiten gegenwärtig an einer umfangreichen Analyse der Preiserhöhungs-Spitzenreiter, die bei ihren Kunden außergewöhnlich hohe Preiserhöhungen vornehmen. Lassen Sie uns wissen, falls Ihr Strom- oder Gasanbieter dazu gehört, indem Sie uns .
über diesen Link eine Kopie des Preiserhöhungsschreibens senden.

Stromvergleich Falle 2: Der Verbraucher sitzt im roten Sessel mit dem Rücken zum Betrachter und trägt einen gestreiften Häftlingsanzug. Am hinteren linken Bein des roten Sessels ist eine schwere Kugel an einer Kette befestigt. Das Fenster im Hintergrund hat eiserne Stäbe davor. Auf dem Rücken des roten Sessels hängt ein Schild (Erschwerte Kündigung).

Stromvergleich-Falle 2: Erschwerte Kündigung

Die Kündigung des aktuellen Stromtarifs ist an sich ganz einfach. Wären da nicht allerlei Anforderungen seitens einiger Billigstromanbieter, die die Kündigung deutlich aufwändiger gestalten und schnell dazu führen können, dass man ungewollt die Kündigungsfrist für den Stromvertrag verpasst. Mit einer Gesetzesänderung wurde dem inzwischen ein Riegel vorgeschoben, doch eine Gruppe von Billigstromanbietern besteht bei Altverträgen nach wie vor auf ihre aufwendigen Kündigungsanforderungen.

Kündigung nur per Post mit Original-Unterschrift

Stromvergleich Praxisfälle
Durch eine Gesetzesänderung gilt seit dem 1.10.2016 die Textform (z.B. E-Mail) als ausreichend für Verträge, die online abgeschlossen wurden. Eine Reihe der Billigstromanbieter beharren bei Stromverträgen, die vor dem 1.10.2016 abgeschlossen wurden, in allen uns vorliegenden Fällen auf die Kündigung per Post mit "Original-Unterschrift", sofern der bestehende Stromvertrag nicht im Rahmen des Wechselvorgangs durch den neuen Stromanbieter gekündigt wird. Selbst eine Kündigung per Fax wurde bei den uns bekannten Fällen regelmäßig abgelehnt mit dem Verweis, dass der Anbieter nur eine postalische Kündigung mit Original-Unterschrift akzeptiert.

Betreffende Stromanbieter *
- ExtraEnergie (PrioEnergie, HitEnergie)
- Stromio (Grünwelt Energie, Gas.de)

Kündigung wurde nicht gefunden

Stromvergleich Praxisfälle
Bei einigen Stromanbietern erhalten wir gehäuft von Kunden die Rückmeldung, dass die Kündigung bei dem Anbieter nicht eingegangen sein soll. Wenn der Stromanbieter zudem keine Kündigung per Fax zulässt, besteht ein Problem des Nachweises, sofern man die Kündigung nicht per Einschreiben mit Rückschein veranlasst hat.

Betreffende Stromanbieter *
- Care Energy

Verspätete Kündigung, da Stromvertrag bereits bei Vertragsannahme begann

Stromvergleich Praxisfälle
Die 365 AG hat sich in der Vergangenheit mitunter auf den Standpunkt gestellt, dass der Stromvertrag bereits mit der Vertragsannahme begann, d.h. nicht erst zum Beginn der Stromlieferung, sondern zu dem Zeitpunkt, zu dem der Anbieter die Vertragsannahme bestätigt. Je nachdem wie lange der aktuelle Stromvertrag noch läuft, können zwischen dem Datum der Vertragsannahme und dem Lieferbeginn viele Monate liegen. In Fällen, in denen Kunden den Vertrag unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist rechtzeitig vor Ablauf des 1. Belieferungsjahres, nicht jedoch – nach Auslegung des Anbieters – rechtzeitig vor Ablauf des 1. Jahres seit Vertragsannahme gekündigt haben, wurde die Kündigung vom Stromanbieter abgelehnt und der Stromvertrag als verlängert gewertet. Zwischenzeitlich hat die 365 AG diese Geschäftspraxis jedoch scheinbar geändert und es gilt, wie auch bei den übrigen Stromanbietern, der Belieferungsbeginn als Startdatum des Vertragsjahres.

Betreffende Stromanbieter *
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)

Stromvergleich Falle 3: Der Verbraucher sitzt mit dem Rücken zum Betrachter in einem roten Sessel. Auf dem Sesselrücken ist ein Schild befestigt (Bonus-Verweigerung). Über dem Verbraucher hängt eine blaue Angel, an dessen Ende eine Karotte befestigt ist.

Stromvergleich-Falle 3: Bonusverweigerung

Sie haben wie vereinbart ein Jahr beim Stromanbieter verbracht und freuen sich darauf, dass Sie Ihren verdienten Bonus aus dem Strom Vergleich erhalten. Doch dann beruft sich der Stromanbieter auf eine von zahlreichen AGB Klauseln und teilt Ihnen mit, dass Sie keinen Anspruch auf den Wechselbonus haben. Die Kreativität der Vertragsgestaltung einiger Billigstromanbieter wirkt mitunter sehr ausgeprägt. Für den aktuellen Strom-Anbieter ist es natürlich deutlich lukrativer, wenn er den Neukundenbonus nicht auszahlen braucht, insbesondere falls Sie auf die Idee kommen, Ihren Stromvertrag bereits mit Ablauf des ersten Vertragsjahres zu kündigen.

Kein Bonus bei Photovoltaikanlage, Wärmepumpe oder Arbeitszimmer

Stromvergleich Praxisfälle
Die 365 AG hat in der Vergangenheit über ihre AGB einen Bonusanspruch ausgeschlossen, wenn man eine Photovoltaikanlage oder Wärmepumpe installiert hat. Auf ähnliche Weise hat die 365 AG ebenfalls einen Neukundenbonus ausgeschlossen, wenn man über ein Arbeitszimmer verfügt. Uns sind Fälle bekannt, bei denen Kunden der Neukundenbonus aus diesem Grund verweigert wurde, obwohl der Kunde dem Anbieter zu keinem Zeitpunkt mitgeteilt hatte, dass er über ein Arbeitszimmer verfügt. Der besagte Kunde ist inzwischen Rentner und war früher als Heilpraktiker tätig. Bleibt die Frage, wie die 365 AG zu dieser Information gekommen ist? Die 365 AG hat bei diesen Fällen regelmäßig argumentiert, dass der Abnehmer den Strom – zumindest in Teilen – gewerblich bezieht und daher nicht bonusberechtigt ist. Neben der 365 AG hatte auch Fuxx Energie in der Vergangenheit einen ähnlich Passus in den AGB.

Betreffende Stromanbieter *
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)
- Fuxx Energie (Grüner Funke, PlusStrom)

Rechtliche Situation
Die Verbraucherzentrale NRW hat gegen verschiedene Bonuseinschränkungen durch die 365 AG geklagt und eine Reihe von Bonusausschlussklauseln wurden vom Landgericht Köln gerichtlich untersagt (LG Köln, Az. 26 O 505/15, noch nicht rechtskräftig).

Kein Bonus trotz 12-monatiger Vertragslaufzeit

Stromvergleich Praxisfälle
Einige der Billigstromanbieter haben in der Vergangenheit den Neukundenbonus verweigert, mitunter wenn man gleich nach dem ersten Vertragsjahr erneut den Anbieter wechselt, da die Kündigung bereits während der ersten 12 Monate ausgesprochen wurde. Und dies trotz der Tatsache, dass die Kündigung erst mit Ablauf der 12-monatigen Mindestvertragslaufzeit wirksam wird. Konsequenz: In diesen Fällen haben Kunden nur den Neukundenbonus für den Stromwechsel erhalten, wenn sie mindestens ein weiteres Vertragsjahr beim Anbieter geblieben sind.

Betreffende Stromanbieter *
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)
- Flexstrom (Löwenzahn Energie) – inzwischen insolvent

Rechtliche Situation
Es gibt zahlreiche Gerichtsverfahren zu dem Thema. In vielen der Verfahren wurde den Kunden Recht gegeben (u.a. vom Bundesgerichtshof, Az. VIII ZR 225/12 & VIII ZR 246/12). Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen der Stromanbieter Recht bekam. Erfreulicherweise scheint diese Geschäftspraxis von den meisten Stromanbietern inzwischen nicht mehr angewendet zu werden.

Kein Bonus aufgrund von vorzeitiger Vertragsbeendigung durch Stromanbieter

Stromvergleich Praxisfälle
Wenn man den eigenen Stromvertrag regulär innerhalb des ersten Vertragsjahres gekündigt hat, hat der Strom-Anbieter in einigen Fällen dem Kunden eine Gegenkündigung gegenüber ausgesprochen und den Stromvertrag zu einem Datum vor Ablauf der ersten 12 Monate beendet. Konsequenz: Der Bonusanspruch des Kunden ging somit verloren.

Betreffende Stromanbieter *
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)

Rechtliche Situation
Die Verbraucherzentrale hat die almado-Energy GmbH dazu in der Vergangenheit abgemahnt, welche daraufhin zugesagt hat, solche Geschäftspraktiken künftig zu unterlassen.

Kein Bonus aufgrund von Strom-Tarifwechsel

Stromvergleich Praxisfälle
Relativ häufig wird Kunden ein neues Strom-Tarifangebot vor Ablauf des ersten Vertragsjahres gemacht. Wenn man dieses bei einigen Stromanbietern annimmt, erlischt im Rahmen des Tarifwechsels der Bonusanspruch. Bei dem Stromanbieter 365 AG sind uns Fälle bekannt, bei denen dies aufgetreten ist.

Betreffende Stromanbieter *
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)

Kein Bonus bei Doppeltarifzähler bzw. Mehrtarifzähler

Stromvergleich Praxisfälle
Eine Reihe der Billigstromanbieter haben in der Vergangenheit Bonusansprüche für den Fall ausgeschlossen, wenn es sich bei Ihrem Stromzähler um einen Doppeltarifzähler, Zweitarifzähler bzw. Mehrtarifzähler handelt, d.h. Ihr Zähler nicht nur 1 Zählwerk, sondern 2 Zählwerke hat (die kleinen Rädchen in den konventionellen Stromzählern, die sich bei Stromverbrauch kontinuierlich drehen).

Betreffende Stromanbieter *
- ExtraEnergie (PrioEnergie, HitEnergie)
- Stromio (Grünwelt Energie, Gas.de)
- Fuxx Energie (Grüner Funke, PlusStrom)
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom) 
Stromvergleich Falle 4: Der Verbraucher sitzt mit dem Rücken zum Betrachter. Am Sesselrücken ist ein Schild befestigt: "Guthaben-Auszahlung". Der Verbraucher blickt in die Richtung von einem angeketteten Käfig. In diesem Käfig flattert sinnbildlich eine Geldbörse mit Flügeln und Geldscheinen, gefangen.

Stromvergleich-Falle 4: Verzögerte bzw. unvollständige Guthabenauszahlung

Es kommt nicht selten vor, dass der Abschlag von Stromanbietern etwas höher veranschlagt wird. Dies führt dann dazu, dass Ihnen am Jahresende ein Guthaben zusteht, potenziell noch mit zusätzlichem Guthaben resultierend aus dem Neukundenbonus. Einige der Billigstromanbieter im Markt fallen regelmäßig dadurch auf, dass Sie den Neukundenbonus nicht bzw. nur sehr verzögert oder unvollständig auszahlen. Mitunter müssen Sie Strom-Anbietern einige Zeit hinterher laufen, bis diese Ihnen den zustehenden Bonus für Ihren Stromtarif auch auszahlen.

Verspätete Jahresrechnung sowie Guthabenauszahlung

Stromvergleich Praxisfälle
Es sind uns diverse Fälle bekannt, bei denen eine Reihe von Billigstromanbietern mitunter die gesetzlich vorgeschriebene 6-Wochenfrist zur Erstellung der Jahresrechnung nach Ablauf des Vertragsjahres nicht einhalten. Guthaben aufgrund eines geringeren Stromverbrauchs als erwartet sowie aufgrund eines potenziell enthaltenen Neukundenbonus lassen somit auf sich warten.

Betreffende Stromanbieter *
- Care Energy – inzwischen insolvent
- ExtraEnergie (PrioEnergie, HitEnergie)
- Stromio (Grünwelt Energie, Gas.de)
- Fuxx Energie (Grüner Funke, PlusStrom)
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)

Rechtliche Situation
Alle Stromanbieter sind gesetzlich verpflichtet, eine Schlussrechnung innerhalb von 6 Wochen nach Ablauf des Vertragsjahres zu erstellen (§ 40 Abs. 4 EnWG) und ggf. vorhandene Guthaben zeitnah auszuzahlen. Darüber hinaus wurde in verschiedenen Gerichtsverfahren bestätigt, dass Strom-Anbieter Guthaben nicht erst mit kommenden Abschlagszahlungen verrechnen dürfen (OLG Düsseldorf, Az. I-20 U 136/14). Zudem müssen sich im Kontext der Jahresverbrauchsrechnung neu ergebende Abschläge an dem tatsächlichen Verbrauch orientieren (§ 41 Abs. 2 EnWG) und nicht einfach auf Basis ggf. zu hoher Abschlagszahlungen des Vorjahres.

Verspätete bzw. fehlende Bonus-Auszahlung

Stromvergleich Praxisfälle
Der Neukundenbonus wird üblicherweise im Rahmen der Jahresrechnung und des Sofortbonus innerhalb von 60 bzw. 90 Tagen nach Belieferungsbeginn ausgezahlt, je nachdem was der jeweilige Stromanbieter in den AGB definiert hat. Diverse Stromanbieter halten jedoch die eigenen vertraglich gemachten Zusagen mitunter nicht ein und zahlen den Sofortbonus sowie regulären Wechselbonus verzögert bzw. erst nach Ermahnung durch den Kunden aus. Zahlreiche Fälle sind uns dazu von dem Stromanbieter Bayerische Energieversorgung (BEV) bekannt. In der Vergangenheit wurde dem Kunden im Rahmen der Stromabrechnung mitunter von BEV ein Flyer beigelegt, der den Kunden auffordert, zwischen einer Sachprämie bzw. der Auszahlung des Bonus via Verrechnungsscheck zu wählen. Wenn man als Kunde diesen werbeähnlichen Flyer nicht wahrgenommen und bei BEV aktiv die Auszahlung des Neukundenbonus angefordert hat, bekam man – in den uns bekannten Fällen – den Bonus nicht automatisch ausgezahlt.

Betreffende Stromanbieter *
- BEV (Enervatis)

Unvollständiger bzw. gedeckelter Neukundenbonus

Praxisfälle: Stromvergleiche
Viele der Stromtarife der Billigstromanbieter beinhalten einen Neukundenbonus, der sich prozentual auf Basis des tatsächlichen Stromverbrauchs bzw. der daraus resultierenden Kosten berechnet. Vom Grundsatz eine passende Regelung. Allerdings deckeln einige Anbieter den Neukundenbonus maximal auf den Betrag, der aus der angegebenen Verbrauchsschätzung resultiert. Wenn man weniger Strom als geschätzt verbraucht, wird der Neukundenbonus proportional nach unten angepasst, wenn man mehr Strom verbraucht, bekommt man trotzdem nur den Betrag, der auf der Strom-Verbrauchsschätzung beruht. Die Praxis fand bei zahlreichen uns bekannten Fällen Anwendung, obwohl es dazu in den uns vorliegenden Unterlagen keine entsprechenden Beschränkung in den AGB gab.

Betreffende Stromanbieter *
- Fuxx Energie (Grüner Funke, PlusStrom)

Stromvergleich Falle 5

Stromvergleich-Falle 5: Häufige Mahnungen mit hohen Gebühren

Ihr Konto war ein Mal nicht ausreichend gedeckt bei Lastschrift Ihres Stromanbieters. Postwendend erhalten Sie die erste Mahnung. Wenn Sie nicht schnell genug reagieren, erhalten Sie von einigen der Billigstromanbieter kurz darauf gleich ein Schreiben vom Inkassobüro, mit einer hohen Inkasso-Bearbeitungsgebühr.

Einschalten von Inkassobüro ohne zweite Mahnung

Stromvergleich Praxisfälle
Es kann vorkommen, dass man mal einige Zeit unterwegs ist und eine Mahnung übersieht. Die meisten Stromanbieter senden ihren Kunden dann eine zweite Mahnung mit einem ausreichend langen Zahlungsziel, damit man die Frist nicht versehentlich verpasst. Einige der Billigstromanbieter haben in uns bekannten Beispielen den Fall bereits nach der ersten Mahnung an ein Inkassobüro übergeben.

Betreffende Stromanbieter *
- BEV (Enervatis)

Hohe Mahngebühren

Stromvergleich Praxisfälle
Mahngebühren sind an sich dafür da, die entstandenen Zusatzaufwendungen zu decken. Insofern ist es nachvollziehbar, wenn ein Stromanbieter einige Euro als Mahngebühr in Zahlung stellt, sofern es zu einer wiederholten Mahnung kommt. Bei zahlreichen uns bekannten Fällen von Billigstromanbietern fielen erhebliche Inkassokosten in der Größenordnung von 50-80€ an (zuzüglich Verzugszinsen und weiterer Kostenpauschalen liegt man nicht selten bei rund 100€), die – wie auch von Stiftung Warentest berichtet – häufig die offenen Forderungen überschreiten.

Betreffende Stromanbieter *
- BEV (Enervatis)
- Fuxx Energie (Grüner Funke, PlusStrom)

Beendigung des automatischen Lastschrifteinzugs

Stromvergleich Praxisfälle
Im Falle einer Kündigung stoppen manche Stromanbieter den automatischen Lastschrifteinzug und fordern den Kunden per E-Mail auf, die monatlichen Abschläge bis zum Ende der Vertragslaufzeit nun selber per Überweisung zu zahlen. Zitat aus einer solchen Nachricht vom Stromanbieter Fuxx: "Die Kündigung Ihres Stromliefervertrags wurde zum [Kündigungsdatum] bestätigt, infolgedessen kann von der erteilten Ermächtigung zukünftig nicht mehr Gebrauch gemacht werden." Die Stromanbieter begründen das Vorgehen damit, dass aufgrund der Kündigung die Lastschrifteinzugsermächtigung erloschen sei, auch wenn diese im Rahmen der Kündigung – welche erst zum Ablauf des Vertragsjahres eintritt – nie explizit widerrufen wurde. Wenn man die Zahlungsaufforderung des Anbieters zur Zahlung der verbleibenden Abschläge per Überweisung übersieht, erhält kurz darauf eine Mahnung. Wenn man diese ebenfalls übersieht, landete die Forderung in der Vergangenheit bei uns bekannten Fällen wiederum kurz drauf beim Inkassobüro. Fuxx und die 365 AG nimmt zudem bei Nichtzahlung vorzeitige Sonderkündigungen vor, durch die man einen potenziell bestehenden Bonusanspruch verliert.

Betreffende Stromanbieter *
- Fuxx Energie (Grüner Funke, PlusStrom)
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)

Rechtliche Situation
Das Landgericht Köln ist in einem Fall gegen die 365 AG zu dem Schluss gekommen, dass durch eine solche Vorgehensweise eine unangemessene Benachteiligung des Kunden entsteht (LG Köln, AZ. 26 O 505/15, noch nicht rechtskräftig).

Viele der Billigstromanbieter haben ein angeschlossenes Inkassobüro

Stromvergleich Praxisfälle
Wie von Stiftung Warentest und in diversen Foren berichtet, stecken hinter den Billigstromanbietern und ihren Inkassofirmen mitunter dieselben Personen. Inhaber des Stromanbieters EVD ist auch Inhaber des Inkasso- und Kunden­dienst­leisters eg factory. Vorstände der 365 AG sind auch Inhaber des Inkassounter­nehmens DTMI.

Betreffende Stromanbieter *
- 365 AG (Almado-Energy, idealenergie, immergrün Energie und Meisterstrom)
- EVD

Stromvergleich Falle 6: Der Verbraucher ist ein Skelett und sitzt mit dem Rücken zum Betrachter in einem roten Sessel, der von zwei Spinnweben umgeben ist. In der rechten Hand hält der Verbraucher einen roten Telefonhörer, von dem eine Spinner herab hängt. Am Sesselrücken hängt ein Schild: "Schlechte Erreichbarkeit".

Stromvergleich-Falle 6: Schlechte Erreichbarkeit bei Problemen

Da es nicht selten vorkommt, dass man in Folge des Stromvergleichs in eine dieser Fallen tritt, muss man früher oder später den Stromanbieter anrufen, um das Problem zu beseitigen. Spätestens dann zeigt sich das nächste Problem: Viele der Billigstromanbieter sind häufig nicht sonderlich gut zu erreichen. Meistens gibt es eine Kunden-Hotline für Neukunden, bei der sofort abgehoben wird, während man bei der Kunden-Hotline für Bestandskunden schnell 10-15 Minuten warten darf. Und wenn man dann schließlich jemanden erreicht, wirkt es mitunter so, als wäre der Kundenservice einiger Stromanbieter darin geschult, Anfragen zur Lösung der zuvor genannten Fallen systematisch abzuwehren.

Schlechte telefonische Erreichbarkeit

Stromvergleich Praxisfälle
Telefonische Wartezeiten der Kundenservice-Hotlines der Mehrheit der Billigstromanbieter liegen deutlich über denen der länger etablierten Anbieter. Es ist keine Seltenheit, dass man 10-15 Minuten warten muss, bis man jemanden erreicht. Besonders auffällig war die Situation beim inzwischen insolventen Stromanbieter Care Energy, bei dem über lange Strecken gar kein telefonisches Durchkommen möglich war.

Betreffende Stromanbieter *
- Care Energy sowie diverse weitere Billigstromanbieter

Kein Kontakt per Fax möglich

Praxisfall: Stromvergleiche
Um bei wichtigen Anliegen sowie Kündigungen einen Sende-Nachweis zu haben, ist eine Kontaktmöglichkeit via Fax sinnvoll. Eine Reihe der Billigstromanbieter stellen jedoch auch auf Rückfrage keine Kontaktmöglichkeit per Fax zur Verfügung.

Betreffende Stromanbieter *
- Fuxx Energie (Grüner Funke, PlusStrom)

Keine bzw. stark verzögerte Antwort auf Kundenanfragen via E-Mail

Stromvergleich Praxisfälle
Viele Care Energy Kunden haben davon berichtet, dass sie unberechtigte Rechnungen und Mahnungen erhalten haben und darauf hin den Care Energy Kundenservice via E-Mail kontaktierten, jedoch nur sehr stark verzögert bzw. mitunter auch keine Antwort erhielten. Vor dem Hintergrund, dass Kunden parallel dazu (u.a. via Inkassobüros) für die laut Care Energy offenen Zahlungen angemahnt wurden, führte dies für Kunden häufig zu stressreichen Situationen.

Betreffende Stromanbieter *
- Care Energy

Wenig Kulanz bei Problemen

Stromvergleich Praxisfälle
Wenn Sie ein Anliegen haben und Ihre Kündigungsfrist kurz vor dem Auslaufen ist, gehen die meisten Stromanbieter vergleichsweise zuvorkommend auf das jeweilige Anliegen ein. Häufig bekommt man pro-aktiv einen besseres Tarifangebot angeboten, wenn man den Vertrag nicht kündigt. Wenn man die Kündigungsfrist jedoch nur um einen Tag verpasst hat, wird man nur allzu oft im Regen stehen gelassen.

Betreffende Stromanbieter *
- Viele der Billigstromanbieter
* Allgemeine Hinweise zu dieser Seite

Die von uns als "betreffende Stromanbieter" bezeichneten Anbieter basieren auf unseren Recherchen sowie unseren Erfahrungen bei der Betreuung unserer Nutzer. Die Liste der aufgeführten Stromanbieter bedeutet nicht, dass die jeweiligen Anbieter die dargelegte Geschäftspraxis in allen Fällen vollziehen. Die Liste der betreffenden Stromanbieter erhebt zudem keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Alle auf dieser Seite aufgeführten Auswertungen, Praxisbeispiele und rechtlichen Einschätzungen dienen lediglich einem unverbindlichen Informationszweck und stellen keine Rechtsberatung dar. Der Inhalt dieses Angebots kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung nicht ersetzen. Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Sollte uns bei unseren Ausführungen ein Fehler unterlaufen sein oder wichtige Informationen fehlen,  
bitten wir um einen Hinweis, um dies zu korrigieren.

Stromanbieter Vergleich - Kapiteltrenner grünes Stromkabel oben

Unsere Motivation für diese Seite

Stromanbieter Vergleich - Kapiteltrenner grünes Stromkabel unten
Stromvergleich Tarifaufpasser: Eine freundlich lächelnde Steckdose, die immer aktiv ist.

Um es gleich vorweg zu sagen: Wir von SwitchUp, einem jungen Startup aus Berlin, kommen nicht aus dem Strommarkt. Als wir bei unserem ersten Stromvergleich jedoch selbst gleich in mehrere der besagten Fallen getappt sind, haben wir uns die Frage gestellt: Wie kann es sein, dass es in einem Markt so viele Anbieter gibt, die über viele viele Jahre ungestört derart kundenunfreundliche Geschäftspraktiken betreiben?

Wir sind der Überzeugung, dass es einen besseren Weg geben muss, um den alten Stromanbieter wechseln zu können, ohne in eine der zahlreichen Fallen zu treten. Schließlich gibt es wichtigere Dinge als sich regelmäßig die Frage zu stellen, ob einem der aktuelle Stromanbieter zu viel berechnet. Mit unserem Tarifaufpasser möchten wir dafür sorgen, dass es zu einem Umdenken kommt und ein fairer Umgang mit Kunden in den Mittelpunkt gerückt wird. Wir sind uns bewusst, dass uns einige Anbieter als unbequem wahrnehmen mögen und den Versuch unternehmen können, uns zu bekämpfen. Wir lassen uns dadurch aber nicht abbringen, unser in den letzten Jahren gesammeltes Wissen öffentlich zu machen, um damit einen Beitrag für mehr Transparenz im Strommarkt zu leisten.

SwitchUp Stromanbieter Vergleich Team

Hier finden Sie mehr über unseren Tarifaufpasser sowie unsere Philosophie. Um Ihnen die Bewertung einfach zu machen, ob unser Tarifaufpasser Ihren Ansprüchen gerecht wird, finden Sie hier alle Erfahrungsberichte von SwitchUp Nutzern.

Wir freuen uns stets über einen Austausch.
Sprechen Sie uns bei Fragen und Anregungen gerne an :-)

Stromvergleich Praxisfall(e): "Kein Neukundenbonus wegen PV-Anlage"

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Stromvergleich: Wachsam bleiben!
Ein Karlsson auf dem Dach ist ungewöhnlich, aber macht zumindest dem Stromanbieter keinen Stress. Anders sieht es bei Photovoltaikanlagen aus - wer so etwas auf dem Dach hat, bei dem werden manche Billigstromanbieter stutzig und verweigern die Auszahlung des Neukundenbonus.
Reclabox Fälle: Photovoltaikanlage auf dem Dach, kein Neukundenbonus, Stromvergleich Praxisfall
Quelle: Reclabox.com/de Stand November 2018

Stromvergleich Praxisbeispiel Kontext: Photovoltaikanlagen und Neukundenbonus

Auf den Dächern der Republik sieht man sie immer öfters: Photovoltaikanlagen glitzern im Sonnenlicht und produzieren saubere, grüne Energie. Verbraucher setzen vermehrt auf preiswerter werdende Anlagen, mit dem Ziel, Stromkosten zu sparen. Wer allerdings eine solche Anlage betreibt, gerät bei manchen Billigstromanbietern in die Bredouille.

Ein öfters aufkommender Stromvergleich Praxisfall ist die Verweigerung des Neukundenbonus aufgrund einer Photovoltaikanlage. Auf dem Beschwerdeportal Reclabox finden sich über 15 Beschwerden zum Thema “Neukundenbonus & Photovoltaikanlage” in der jüngeren Vergangenheit, insgesamt über 50 Beschwerden. Verbraucher berichten, dass einige Billigstrom- und auch Gasanbieter einen vertraglich festgelegten Neukundenbonus nicht auszahlten. Dies begründeten die Anbieter durch Photovoltaikanlagen, die vom jeweiligen Verbraucher betrieben werden. Im speziellen betreffen die Erfahrungen der Verbraucher die Versorger Immergrün Energie, Strogon und Sparfuxx Energie / Grüner Funke.

Hauptsächlich wird von Seiten der Energieversorger argumentiert, dass es sich nicht mehr um einen privaten, sondern gewerblichen Verbrauchskontext handle, sobald eine Photovoltaikanlage im Spiel sei. Weiterführend verweisen die Anbieter auf Klauseln in den AGBs, nach denen ein Vertrag zwischen Verbraucher und Versorger nicht zustande kommt, sofern sich solche Anlagen auf dem Dach befinden.

Da stellen sich folgende Fragen:

  • ‍wieso wurde im Vorfeld seitens der Stromanbieter nicht geklärt, ob eine Photovoltaikanlage genutzt wird?
  • ‍weshalb wird aus einem privaten Haushalt ein Gewerbe, sobald eine solche Anlage auf dem Dach montiert ist?

So urteilen Gerichte zu diesem Stromvergleich Praxisbeispiel:

Dieses Thema wurde vermehrt diskutiert und weitestgehend zugunsten von Verbrauchern beurteilt. Mehrere Aspekte befanden diverse Gerichte als problematisch bzw. ungültig:

Die betreffenden Klauseln sind “überraschend” bzw. “intransparent”:

Gemäß § 305c BGB kann für diesen Stromvergleich Praxisfall die Frage gestellt werden, ob derartige Klauseln in den AGBs der Stromanbieter überraschend sind. Laut dem OLG Köln, AZ: 6 U 132/16 ist es für Verbraucher überraschend, dass derartige Einschränkungen (Verweigerung des Bonus aufgrund einer Solaranlage) zu erwarten sind. Das Landgericht Köln erachtet solche Klauseln als benachteiligend für den Verbraucher (AZ: 26 O 505/15).

Durch eine Photovoltaikanlage wird ein privater Haushalt nicht pauschal ein Gewerbe:

Wer durch Solarenergie Strom produziert, kann diesen teils ins eigene Hausnetz oder ins allgemeine Stromnetz einspeisen. Letzteres wird von den betreffenden Stromanbietern als “gewerblich” ausgelegt. Das OLG Hamm (AZ: 12 U 34/15) urteilte, dass eine Anlage auf dem Privatgrundstück kein Gewerbe darstellt.

Hinzu kommt: wer seinen selbst produzierten Strom ins allgemeine Stromnetz abgibt, nutzt den Strom nicht selbst. Es befinden sich zwei getrennte Komponenten auf dem Grundstück: das Hausstromnetz und die Anlage. In den betroffenen AGBs wurde vorgegeben, dass die Stromabnahmestelle (das Hausstromnetz) privat genutzt werden muss, was in solchen Kontexten der Fall ist.

Mitteilungspflicht der Verbraucher ist ungültig

Wenn eine Eigennutzung vorliegt, also der Solarstrom ins eigene Hausnetz einfließt, ist die Frage, ob die Nutzung rein privat abläuft, etwas schwieriger zu beantworten. Unabhängig davon, so das OLG Köln (s.o.), ist es nicht die Aufgabe des Verbrauchers, den Stromanbieter darüber im Vorfeld zu informieren. Ganz im Gegenteil: der Anbieter ist in der Pflicht, im Rahmen des Vertragsabschlusses solche Informationen in Erfahrung zu bringen - also im Stromvergleich & Wechselkontext abfragen, ob eine Photovoltaikanlage genutzt wird und ob über diese Energie ins eigene Hausstromnetz eingespeist wird.

Handlungsoptionen für dieses Stromvergleich Praxisbeispiel:

Falls Sie beim Stromanbieter Vergleich zu einem Billigstromanbieter gewechselt sind, der Ihnen nun den Neukundenbonus im Rahmen der Schlussrechnung aufgrund der oben geschilderten Sachlage verweigert, braucht der Kopf nicht gleich in den Sand gesteckt werden:

  • schriftlich Widerspruch gegen die Bonusverweigerung einlegen und eine Korrektur der Rechnung fordern; dafür empfiehlt sich eine Frist von 14 Tagen, um dem Anbieter ausreichend Zeit für eine Reaktion zu liefern
  • auf die oben genannten Urteile berufen, nach denen solche Einschränkungen in den AGBs nicht zulässig sindauf die private Nutzung der Stromabnahmestelle (Hausstromnetz) hinweisen
  • bei Nichteinhaltung der gesetzten Fristen können Sie als Verbraucher sich stets an Verbraucherschutzzentralen und/oder die Schlichtungsstelle Energie wenden
  • grundlegend empfiehlt es sich, Schreiben an den Anbieter per Einwurfeinschreiben oder Fax zu senden, um eine Empfangsbestätigung zu erhalten

Wer auf die oben genannten Urteile beruft, sollte potenziell eine schnelle Klärung des Problems herbeiführen können. Für die Zukunft empfiehlt es sich, im Stromvergleich Kontext die AGBs der Stromanbieter genauestens zu untersuchen. Ebenso sollten Sie Stromanbieter vergleichen: nur wenige Billigstromanbieter führen derartige Klauseln auf, die Verbraucher mit Photovoltaikanlagen potenziell benachteiligen.

Fazit

Die Welt braucht Menschen, die in die Zukunft blicken und sich auf Techniken einlassen, auch wenn sie noch nicht vollständig ausgereift sind. Wer als solch ein Pionier der grünen Energie Solarstrom auf dem Dach erzeugt, betreibt allerdings keinen Transformer, der den privaten Haushalt in ein Gewerbe verwandelt. Wer sich mit diesem Stromvergleich Praxisfall konfrontiert sieht, kann sich glücklicherweise auf die genannten Urteile beziehen. Noch besser: beim nächsten Stromvergleich automatisch zu einem seriösen Stromanbieter wechseln.

Hilfreiche Links

Stromvergleich Praxisfall auf Reclabox, der zugunsten des Verbrauchers entschieden wurde

Verbraucherzentrale: Bonusausschlussklauseln für diesen Stromvergleich Praxisfall unwirksam

Stromvergleich Praxisfall(e): “Nichterfüllungsschaden Immergrün!”

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Es lauern Fallen beim Stromvergleich!
Da der Stromtarif oft in der neuen Wohnung nicht zu den gleichen Konditionen verfügbar ist, räumen Stromanbieter in der Regel im Rahmen eines Umzugs ein Sonderkündigungsrecht ein. So auch in diesem Stromvergleich Praxisfall der Stromanbieter Immergrün!, eine Marke der 365 AG - allerdings gab es für die Verbraucher noch eine Überraschung obendrauf: eine Forderung zur Begleichung eines durch den Umzug verursachten Nichterfüllungsschadens.
Stromvergleich Beispiel Immergrün Energie
Quelle: Reclabox.com/de Stand November 2018

Stromvergleich Praxisfall Kontext

Die genannten Verbraucher teilen ihre Immergrün Erfahrungen bezüglich dem Stromvergleich Praxisfall “Nichterfüllungsschaden” auf dem Beschwerdeportal Reclabox. Zum aktuellen Stand finden sich dort 475 Beschwerden über Immergrün insgesamt und 15 Beschwerden zu diesem Thema (15.11.2018).

In allen geschilderten Fällen meldeten die Verbraucher einen Umzug an und erhielten von Immergrün die positive Rückmeldung, dass dieser registriert und die Sonderkündigung zum jeweiligen Datum eingeräumt wurde. Mit Erhalt der Schlussrechnung wurden die Verbraucher zusätzlich aufgefordert, variierende Beträge zu zahlen - sogenannte Nichterfüllungsschäden sollten beglichen werden. Dies ist verwunderlich, denn Immergrün hatte, laut den Verbrauchern, nichts über etwaige Schäden beim Kontakt bezüglich des Umzugs verlauten lassen.

Rechtliche Situation des Stromvergleich Praxisfalls

Grundsätzlich steht Verbrauchern, im Gegensatz einer Preiserhöhung, kein Sonderkündigungsrecht per se zu. In der Regel räumen Stromanbieter die Sonderkündigung für den Fall eines Umzugs allerdings ein. In den AGBs des jeweiligen Stromanbieters finden Sie konkret die einzuhaltenden Fristen. Generell ist eine Kündigung in Schriftform einzureichen, also per Brief oder E-Mail.

Bezüglich des Nichterfüllungsschaden gilt § 254 BGB, nach dem der Vertragspartner solche Schäden möglichst gering halten oder abwenden muss. Außerdem gilt gemäß EnWG § 41 (1), dass Stromverträge Klauseln für “Haftungs- und Entschädigungsregelungen bei Nichteinhaltung vertraglich vereinbarter Leistungen” enthalten müssen. Sprich, im Vertrag muss klar erläutert werden, dass solch ein Nichterfüllungsschaden im Falle eines Umzugs auf den Verbraucher zukommen kann, und auf welcher Berechnungsgrundlage der Betrag für den Schaden zustande kommt.

Letztlich wurde in einem ähnlichen Fall seitens des OLG Köln ein Urteil (6 U 132/16) gefällt, nach dem ein unangemessen hoher Schadenersatz für ungültig erklärt wurde. Die in diesem Stromvergleich Praxisfall genannten Forderungen seitens Immergrün sind sehr hoch und fallen möglicherweise unter diesen Bereich der Unangemessenheit.

Handlungsoptionen für diesen Stromvergleich Praxisfall

Vorlage: Musterschreiben für Sonderkündigung wegen Umzug

In den AGBs von Immergrün wird, wie es in der Regel der Fall ist, das Sonderkündigungsrecht eingeräumt, wenn in der neuen Wohnung die Belieferung nicht möglich ist. Dies ist fast immer so, da beispielsweise Stromtarife zu den gleichen Konditionen nicht an einer anderen Postleitzahl zur Verfügung stehen.

Wer beim Stromvergleich zu Immergrün! gewechselt ist und sich nun mit diesem Problem konfrontiert sieht, sollte überlegen, sich auf die obige Rechtslage berufen. Der Stromanbieter ist verpflichtet (§ 254 BGB), solche Nichterfüllungsschäden zu vermindern oder zu vermeiden. Dem ist nicht so, wenn im Vorfeld gar nicht auf den möglichen Schaden hingewiesen wird. Deshalb ist es verwunderlich, dass der Billigstromanbieter nicht im Rahmen der Kontaktaufnahme bezüglich des Umzugs bereits auf den Nichterfüllungsschaden hingewiesen hat. Man könnte folglich davon ausgehen, dass Stromanbieter der Sonderkündigung wegen Umzug aus Kulanz stattgeben, wenn Verbraucher eine Bestätigung ohne jegliche Information zur Vermeidung des Schadens erhalten.

Ebenso stellt sich die Frage, wieso die Beträge des Schadens bei jedem Verbraucher unterschiedlich ausfallen? In vielen der Stromvergleich Praxisfälle hat Immergrün nicht auf die Nachfrage der Berechnungsgrundlage adäquat reagiert und keine Antwort geliefert.

Sonderkündigung bei Umzug versenden

  • unterrichten Sie den aktuellen Stromanbieter über den bevorstehenden Umzug, inklusive Datum des Auszugs (bei einem online abgeschlossenen Vertrag gilt seit dem 1.10.2017 eine “vereinfachte Schriftformerfordernis”, d.h. eine E-Mail reicht aus)
  • wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Kündigung per Fax oder Einschreiben senden, um eine Empfangsbestätigung zu erhalten
  • Zählerstände notieren oder abfotografieren, um die Schlussrechnung auf Korrektheit zu prüfen
  • anschließend einen Stromvergleich durchführen und einen günstigen Stromanbieter für die Nachfolge küren
  • in den meisten Fällen ist der Prozess der Sonderkündigung wegen Umzug somit von Ihrer Seite aus abgeschlossen; möglicherweise wünscht der Stromanbieter a) einen Nachweis über den Wohnungswechsel oder möchte b) die Belieferung, wenn möglich, am neuen Ort fortführen
  • für a) reicht beispielsweise eine Kopie des Übergabeprotokolls aus, für b) teilen Sie dem Stromanbieter die konkrete Adresse der zukünftigen Wohnung mit
  • bis zu 6 Wochen kann bei vielen Stromanbietern der Belieferungszeitpunkt nachträglich festgesetzt werden, falls Sie beim Umzug zu viel um die Ohren hatten

Wenn Sie einen Stromvergleich für die neue Wohnung angehen, können Sie sich auf unsere praktischen Tipps zum Thema Stromanbieter Vergleich stützen, um den Stromvergleich ohne Stolperfallen zu meistern.

Aufforderung zur Begleichung von Nichterfüllungsschaden erhalten?

  • bei unangemessener Höhe schriftlich per Einwurfeinschreiben gegen die Forderung Einspruch einlegen und Immergrün zur Rücknahme der Forderung auffordern
  • Sie können dabei auf § 254 BGB Bezug nehmen, nach dem solche Schäden im Vorfeld abzuwenden oder zumindest zu mindern sind
  • ebenso können Sie auf EnWG § 41 (1) hinweisen, nach dem konkrete Regelungen für solch einen Fall in den AGBs erforderlich sind
  • erinneren Sie daran, dass Sie von einer Genehmigung der Sonderkündigung aus Kulanzgründen ausgegangen sind
  • fordern Sie den Anbieter auf, die Berechnungsgrundlage für den Nichterfüllungsschaden nachvollziehbar darzulegen
  • falls Ihre Forderungen nicht erfüllt werden, ist die Schlichtungsstelle Energie eine Anlaufstelle für kostenfreie Beratung

Für den nächsten Stromanbieter Vergleich empfiehlt sich u.a. eine Recherche über Beschwerdeportale wie Reclabox um potenzielle Stolperfallen im Vorfeld zu vermeiden.

Fazit

Bei einem Umzug hat man in der Regel bereits die Hände mehr als voll genug. Neben unzähligen Kisten packt man dann noch die Schlussrechnung des alten Stromanbieters aus und wünscht sich eine unkomplizierte Auszahlung des Restguthabens und keine Forderung auf Schadenersatz. Wer den Umzug korrekt anmeldet und die Sonderkündigung ausspricht, sollte solch einer Forderung in der Regel nicht nachkommen brauchen.

Hilfreiche Links

Stromvergleich Praxisfall auf Reclabox, der zugunsten des Verbrauchers gelöst wurde

Fuxx Strom: schwer zu erkennende Preiserhöhungen

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Stromvergleich Praxisfallen

Stromvergleich Praxisfall(e): Verbraucher wundern sich über Preiserhöhungen von Fuxx Strom

In 2018 teilten u.a. 11 Verbraucher ihre Erfahrungen mit Fuxx Strom bezüglich schwer zu erkennender Strompreis-Erhöhungen. Viele von den Verbrauchern registrierten die Erhöhung zu spät und möchten von ihrem Recht Gebrauch machen, nachträglich Einspruch gegen eine intransparent kommunizierte Preiserhöhung einzulegen.
Stromvergleich Beispiel Fuxx Energie
‍Quelle: Reclabox.com/de Stand November 2018

Stromvergleich Praxisbeispiel Kontext:

Der Billigstromanbieter Fuxx (Tochtermarke: Grüner Funke) fällt nicht nur durch Spottpreise beim Stromvergleich auf, sondern auch durch eine hohe Zahl an Kundenbeschwerden. Beim Stromanbieter Vergleich finden sich auf dem Beschwerdeportal Reclabox zum aktuellen Stand 555 Beschwerden (13.11.2018). Mehrere Verbraucher bemängelten die Kommunikation des Stromanbieters bezüglich Preiserhöhungen, durch die in Extremfällen der Grundpreis um bis zu 600% anstieg.

Laut den Beschwerden der Verbraucher waren die Preiserhöhungen teils schwierig zu erkennen, weil:

  • sie keinen Empfang eines Informationsschreiben bestätigen konnten
  • die Preiserhöhung nur online über eine Mail kommuniziert oder im Onlineportal hinterlegt wurde
  • die Inhalte der Schreiben intransparent und unverständlich formuliert wurden, da bspw. aus dem Betreff nicht erkenntlich wurde, dass es sich um eine Preiserhöhung handelte
  • laut einem Verbraucher das Kundenportal für ihn nicht freigeschaltet war und er somit keinen Zugriff auf die Information hatte

Es ist nicht immer ganz einfach, durch Fachjargon zu steigen. Grundsätzlich ist es natürlich Auslegungssache, ob ein Schreiben transparent und leicht verständlich formuliert wurde. Bei folgenden Beispielen fragen sich Verbraucher auf Reclabox allerdings, ob Transparenz und Verständlichkeit Genüge getan wurden:

  • Betreffzeile spricht von “Prognosen der Preisentwicklung” oder “Kundenportal und aktuelle Preisinformationen”, statt deutlich von einer Preiserhöhung
  • Preiserhöhung findet sich auf der 4. Seite im Fließtext, umgeben von Infos über Energieeffizienz und Stromzusammensetzung
  • nur die erhöhten Grund- und Arbeitspreise werden genannt, nicht die aktuellen Preise → Verbraucher müssen selbst ausrechnen, welcher Kostenunterschied aus der Preiserhöhung folgt

Ein kleiner Tipp: falls Sie ein Informationsschreiben online erhalten, kann die Suchfunktion des Computers helfen, um nach Begrifflichkeiten wie “Preisanpassung”, “Preiserhöhung”, “Preisprognose” oder ähnliches im Dokument zu suchen.

Rechtliche Situation des Stromvergleich Praxisfalls

Verbraucher können sich auf eindeutige Gesetze und Gerichtsurteile berufen. Zum einen besagt das EnWG § 41 (3), dass Veränderungen, wie Preiserhöhungen, transparent mitgeteilt werden müssen. Im selben Kontext muss auch über die Möglichkeit einer Sonderkündigung informiert werden.

Ebenso wurden Urteile gefällt, beispielsweise von dem LG Düsseldorf (AZ: 12 O 177/14) und dem Amtsgericht Delmenhorst (AZ: 12 O 177/14), laut denen Preiserhöhungen in Schreiben von immergrün! und der 365 AG für den Verbraucher unverständlich formuliert wurden. Daran anschließend urteilt der Bundesgerichtshof, dass eine Preiserhöhung in allen Komponenten deutlich aufgeschlüsselt werden muss; es reicht nicht aus, bspw. nur den zukünftigen Grundpreis zu nennen. Die Preisdifferenz zwischen vor und nach der Preiserhöhung muss für den Verbraucher erkennbar sein. Eine Sammlung über relevante Gerichtsurteile für diesen Strom-Vergleich Praxisfall finden Sie im Forum Energienetz.

Stromvergleich Praxisfall Handlungsoptionen

Vorlage: Musterschreiben für Sonderkündigung bei Strompreiserhöhung

Sie haben beim Stromvergleich zum Billigstromanbieter Fuxx gegriffen und jetzt erkannt, dass eine Preiserhöhung bevorsteht oder bereits stattfand? Nicht verzagen, generell können Sie bis zu 3 Jahre im Nachhinein (beginnend von dem Empfang eines Informationsschreiben über die Preiserhöhung) Einspruch einlegen - sofern der Stromanbieter seiner Pflicht, transparent und verständlich über die Erhöhung zu informieren, nicht nachgekommen ist.

Rechtzeitig die Preiserhöhung wahrgenommen:

Sie haben mindestens 6 Wochen vor Eintritt der Preiserhöhung ein Schreiben erhalten? Wenn Sie nicht bereit sind, die Kosten der Preiserhöhung zu tragen, empfiehlt sich eine Sonderkündigung des aktuellen Stromtarifs und ein anschließender Stromvergleich um zu einem günstigen Stromanbieter zu wechseln.

  • überprüfen Sie angegebene Fristen und Daten; bis zum Eintritt der Preiserhöhung bleibt Ihnen Zeit, zu reagieren → tritt die Preiserhöhung beispielsweise am 01.02.2019 ein, sollte die Kündigung spätestens am 31.01.2019 eingegangen sein
  • Sonderkündigung schriftlich per Einwurfeinschreiben oder Fax an den Stromanbieter versenden (Sendungsbestätigung)
  • über ein klassisches Vergleichsportal oder einen automatischen Tarifoptimierer günstige Stromanbieter vergleichen und einen Wechsel beauftragen
  • dem neuen Stromanbieter mitteilen, dass die Kündigung mit Fuxx Strom bereits manuell erfolgt ist

Die Preiserhöhung nicht rechtzeitig wahrgenommen:

Weder im E-Mail Posteingang noch im Onlineportal oder im altbewährten Briefkasten fand sich eine Nachricht zur Preiserhöhung? Oder haben Sie einen Flyer für Werbung gehalten, ihn weggeworfen und deshalb Informationen zu einer Preisanpassung übersehen?

  • Mehrkosten berechnen: ist die Erhöhung bspw. seit 3 Monaten aktiv, berechnen die Differenz zwischen altem und neuen Preis und multiplizieren Sie diese dann mit 3
  • Kontakt mit dem Fuxx Kundenservice herstellen und um Erstattung der resultierenden Mehrkosten bitten
  • falls der Kundenservice erwähnt, dass bereits ein Schreiben versandt wurde, bitten Sie um eine erneute Sendung - es sollte kein Problem für den Stromanbieter darstellen, eine Mail oder einen Brief erneut zu versenden
  • falls Sie die Antwort erhalten, dass dies nicht möglich sei, weisen Sie auf die oben genannte Beweispflicht des Stromanbieters hin, Kunden über Preisveränderungen zu informieren
  • wenn Sie das Schreiben nachträglich erhalten, überprüfen Sie es auf Transparenz und Verständlichkeit
  • grundsätzlich: keine ungelesenen E-Mails löschen oder Flyer des Stromanbieters in die Tonne werfen

Sollten Sie der Meinung sein, dass die Preiserhöhung nicht verständlich kommuniziert wurde und somit nicht rechtskräftig ist, empfiehlt sich eine Fristsetzung von 14 Wochen, um Ihren Forderungen nach Erstattung der Mehrkosten nachzukommen. Falls der Stromanbieter sich nicht kooperativ zeigt, empfiehlt Stiftung Warentest, sich u.a. an Instanzen wie die Schlichtungsstelle Energie wenden. Falls Sie diesen Schritt in Erwägung ziehen, sollten Sie dies dem Stromanbieter fairerweise mitteilen.

Stromvergleich Fuxx Energie Beschwerde erfolgreich gelöst
‍Quelle: Reclabox.com/de Stand November 2018

In einigen der beispielhaften Stromvergleich Praxisfälle berichten betroffene Verbraucher, die solche Schritte unternahmen, dass ihnen seitens Fuxx Strom kulanterweise bezüglich der Erstattung der entstandenen Mehrkosten entgegengekommen wurde - auch wenn es ein teils langwieriger Prozess war, über den sie standhaft an ihren Forderungen festhielten.

Falls Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben und diese teilen möchten, bietet sich neben Reclabox ebenfalls das Forum des Bundes der Energieverbraucher an. Dies ist zusätzlich ein guter Anlaufpunkt, wenn Sie beim nächsten Stromvergleich Informationen zum Stromanbieter recherchieren wollen. Durch einen Stromanbieter Vergleich lassen sich im Vorfeld mögliche Stolperfallen vermeiden.

Fazit

Preiserhöhungen sind selten ein Grund zum Jubeln. Besonders dann nicht, wenn man sie nicht rechtzeitig registriert und der ehemals billige Stromtarif nun das Budget stark belastet. Deshalb schadet es nicht, mit einem wachsamen Auge jede Nachricht des Stromanbieters zu überprüfen. In den beispielhaften Stromvergleich Praxisfällen konnten mehrere Verbraucher sich auf die genannten Gesetze und Urteile berufen und deshalb über erfolgreiche Lösungen ihrer Beschwerden berichten.

Hilfreiche Links

Stromvergleich Praxisfall: Marktwächter Energie klagen gegen intransparente Preiserhöhungen

Informationen für Verbraucher zum Stromvergleich Praxisfall Strompreiserhöhung

BEV Energie: Verzögerte Auszahlung des Neukundenbonus

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Aufpassen beim Stromvergleich, sonst schnappt die Falle zu!

Stromvergleich Praxisfall(e): BEV Energie "Verzögerte Bonuszahlung"

Wer beim Stromvergleich billige Discountstromanbieter recherchiert, findet über Beschwerdeportale wie Reclabox heraus, dass die Bayerische Energieversorgung (BEV) unter den Stromanbietern aktuell sehr viele Kundenbeschwerden vorweist (1.281 Beschwerden, Stand: 12.11.2018). Oft bietet die BEV Energie besonders günstige Stromtarife mit Bonus, weshalb vielen Verbrauchern dieser billiger Stromanbieter beim Stromvergleich auf klassischen Vergleichsportalen als Erstes angezeigt wird. Manche dieser Verbraucher warten aktuell auf den verdienten Bonus:
Stromvergleich Beschwerden über BEV Energie Bonuszahlung verzögert
‍Quelle: Reclabox.com/de Stand November 2018

Stromvergleich Praxisfall Kontext:

In den letzten 14 Tagen sammelten sich zum Thema “verzögerte Bonuszahlungen” bisher 6 Beschwerden auf dem Portal. Die Verbraucher teilen ihre BEV Energie Erfahrungen und bemängeln verzögerte Endabrechnungen, in denen teils der versprochene Neukundenbonus  

  • nicht aufgeführt
  • falsch berechnet
  • oder nicht unverzüglich überwiesen wurde

Einige Verbraucher warten seit mehreren Wochen, ein einzelner seit einem Jahr auf die Auszahlung des Bonus. 

Stromvergleich Bonuszahlung BEV Energie wartet seit einem Jahr
‍Quelle: Reclabox.com/de Stand November 2018

Dabei handelt es sich nicht um fixe Neukundenboni, sondern um solche, die sich prozentual am Jahresverbrauch orientieren.

Worum handelt es sich bei einem prozentualen Neukundenbonus?

  • wird anteilig vom Jahresgesamtverbrauch (in der Regel 15% oder 25%) gerechnet
  • wird nach Ablauf von 12-Monaten (Mindestvertragslaufzeit) fällig
  • wird im Rahmen der Schlussrechnung aufgeführt, berechnet und an Sie als Verbraucher ausgezahlt

Wer als Verbraucher der BEV die Schlussrechnung verzögert erhält, muss folglich auf die Auszahlung des Neukundenbonus warten. Was sagt das Recht dazu?

Rechtliche Situation für den Stromvergleich Praxisfall:

Der Stromanbieter hat 6 Wochen Zeit, um die Jahresabschlussrechnung zu übersenden (gemäß §40 EnWG). Im Anschluss an diese Abschlussrechnung muss jedwedes Guthaben unverzüglich ausgezahlt werden. Ob dieses Guthaben aufgrund eines Bonus oder zu viel gezahlter Abschläge entstand, ist irrelevant. Die Verbraucherzentrale NRW verweist diesbezüglich auf das Urteil “Az. I-20 U 136/14” des OLG Düsseldorf von 2014.

Ebenfalls stehen Verbrauchern Zinsen bei Verzug zu. Von Verzug wird gesprochen, wenn 30 Tagen nach Erhalt der Rechnung die Gutschrift noch nicht überwiesen wurde. Mehr dazu finden Sie online im Gesetzestext des BGBs. In den meisten Fällen wird dies nicht von sonderlicher Relevanz sein, aber falls Sie wie ein Verbraucher in dem Beispiel ein Jahr auf die Bonuszahlung warten, schadet es nicht, auf dieses Recht zu beharren.

Handlungsoptionen

Wenn Sie beim Stromvergleich zum Billigstromanbieter BEV Energie gewechselt sind und sich nun mit diesem Problem konfrontiert sehen, können Sie konkret dies tun:

Rechnung (noch) nicht erhalten:

Falls Sie noch keine Abschlussrechnung der BEV erhalten haben:

  • überprüfen Sie das Datum des Vertragsendes; Stromanbieter haben 6 Wochen zur Sendung der Abschlussrechnung Zeit
  • wenn diese Frist überschritten wurde: schriftlich per Einwurfeinschreiben oder Fax (Sendungsbestätigung) auf die Frist hinweisen und um eine zeitnahe Zusendung der Rechnung bitten
  • um dem Stromanbieter eine faire Bearbeitungszeit zu gewähren, setzen Sie eine Frist von 14 Tagen, um Ihrer Aufforderung nachzukommen
  • an die unverzügliche Überweisung von Guthaben und Neukundenbonus gemäß Gerichtsurteil “Az. I-20 U 136/14” erinnern (siehe oben)
  • falls Sie sich für Beratungszwecke an die Schlichtungsstelle Energie wenden möchten, bspw. weil die gesetzten Fristen nicht eingehalten werden, teilen Sie dies dem Stromanbieter mit
  • generell steht es Ihnen frei, den Fall auf einem Beschwerdeportal wie Reclabox offenzulegen

Sobald Sie die Abschlussrechnung der BEV in Händen halten, folgt der nächste Schritt.

Rechnung erhalten:

Falls Sie die Jahresabschlussrechnung der BEV erhalten haben, sollten Sie diese nun auf Korrektheit überprüfen:

  • sind die Zählerstände korrekt und der Jahresverbrauch richtig aufgeführt?
  • wurde alle Boni aufgeführt? (Neukundenbonus, Sofort-Bonus)
  • wurde der Neukundenbonus korrekt gemäß des Verbrauchs berechnet?
  • falls der Tarif der BEV Energie nicht gekündigt wurde: der Bonus sollte nicht mit zukünftigen Abschlägen verrechnet, sondern ausgezahlt werden

Falls generell etwas nicht korrekt berechnet oder aufgeführt sein sollte:

  • die BEV Energie schriftlich per Einwurfeinschreiben oder Fax über den Fehler in Kenntnis setzen, damit Sie einen Sendungsnachweis vorweisen können
  • auf den korrekten Zählerstand und Verbrauch hinweisen (z.B. ein Foto vom Zählerstand schießen und ausgedruckt beilegen)
  • auf den Neukundenbonus hinweisen und konkret in den Bezug zum Verbrauch setzen; schauen Sie in Ihren Unterlagen nach, ob in der Auftragsbestätigung des Stromvergleich-Portals der Bonus mit 15% oder 25% angegeben wurde

Um den Bonus richtig zu berechnen, multiplizieren Sie den tatsächlichen Verbrauch an kWh mit dem angegebenen Arbeitspreis und addieren den Grundpreis über die letzten 12 Monate. Danach rechnen Sie den Bonus gemessen am Verbrauch aus.

Ein Beispiel: der Jahresverbrauch beträgt 2.000 kWh bei einem Arbeitspreis von 30 Cent und einem monatlichen Grundpreis von 20 €. Der Neukundenbonus wurde beim Stromvergleich mit 15% für diesen Stromtarif angesetzt.

                                            (12 * 20 €) + 2.000 * 0,3 € = 840 € → 840 € * 0,15 → 126 €

Der korrekte Neukundenbonus in diesem Stromvergleich Beispiel beträgt also 126 €.

Im Unterkapitel “Falle 4” auf der Stromvergleich Hauptseite, direkt nebenan, finden Sie detaillierte Informationen zum Thema Bonusauszahlung der BEV. Bereits in der Vergangenheit sind uns von SwitchUp Fälle untergekommen, in denen die BEV und ihre Tochtermarke Enervatis mit verzögerten Bonuszahlungen aufgefallen sind.

Generell empfiehlt sich beim Stromanbieter Vergleich eine Recherche über Reclabox, um mögliche Stolperfallen im Vorfeld zu erkennen. Im Problemfall beim Strom Vergleich Kontext stehen Ihnen ebenfalls die Schlichtungsstelle Energie und das Portal Marktwächter Energie der Verbraucherschutzzentrale zur Seite.

Fazit

Stromtarife mit Bonus sind natürlich dank attraktivem Sparpotenzial eine schöne Sache. Umso schöner ist es, wenn der Ihnen zustehende Bonus auch problemlos ausgezahlt wird. Es schadet also nicht, generell mit einem kritischen Auge die Schlussrechnung zu begutachten, um sicherzustellen, dass alles korrekt durchgeführt wurde.

ExtraEnergie: Verzögerte Guthabenauszahlung

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Vorsicht vor Stolperfallen beim Stromvergleich

Stromvergleich Praxisfall(e): "Nichtauszahlung von Guthaben"

Einige Verbraucher stehen nach dem Stromanbieter Vergleich aktuell vor einem Problem: es finden sich gehäuft Beschwerden auf eingängigen Portalen (Reclabox) zur Guthabenauszahlung von ExtraEnergie. Wenn der monatliche Abschlag etwas über dem tatsächlichen Verbrauch liegt, Sie also mehr zahlen als eigentlich notwendig, erhalten Sie dieses mehr gezahlte Geld in Form eines Guthabens mit der Abschlussrechnung zurück. Nur wie lange die Überweisung des Guthabens dauern kann, wie man in diesem Fall sieht, steht in einem ganz anderen Buch geschrieben.
Stromvergleich Praxisfall ExtraEnergie Guthabenauszahlung Verzögert
Quelle: Reclabox.com/de Stand Oktober 2018

Rechtliche Situation

Kurz und Knapp: Sie müssen sich Verzögerungen bei der Guthabenauszahlung nicht gefallen lassen. Wer das sagt? Die Verbraucherzentrale. Und das Oberlandesgericht Düsseldorf gemäß einem Urteil von 2014. Interessant, dass ebenfalls vor 4 Jahren ExtraEnergie der Auslöser für dieses Urteil war.

Welche Fristen muss der Stromanbieter diesbezüglich einhalten?

  • 6 Wochen für die Übersendung der Jahresabschlussrechnung
  • Unverzüglich im Anschluss muss die Auszahlung von restlichen Guthaben, Neukundenbonus (gekoppelt an 12 Monate im Vertrag bleiben), etc. erfolgen

Gemäß dieser Gerichtsurteile darf der Stromanbieter sich also nicht sonderlich viel Zeit lassen. Falls Sie beim Stromvergleich auf solche Probleme stoßen, stellen Sie sicher, dass dieses Guthaben im Zweifelsfall nicht mit weiteren Abschlägen verrechnet wird. Dies kann bspw. passieren, wenn Sie ein weiteres Jahr im Vertrag mit ExtraEnergie verweilen und keinen Stromvergleich zum 2. Jahr durchgeführt haben.

Handlungsoptionen

Sie sind beim Stromvergleich zu ExtraEnergie gewechselt und sind nun mit diesem Problem konfrontiert? Das können Sie jetzt tun:

Prüfen Sie die Rechnung auf Korrektheit

  • achten Sie auf die Korrektheit der in der Rechnung aufgeführten Zählerstände
  • alle Boni sollten in vollständiger Höhe aufgeführt sein (Wechselbonus, Neukundenbonus, etc.)
  • falls die Boni auf Basis der ursprünglichen Verbrauchsschätzung gekappt bzw. begrenzt sein sollten - z.B. 25% auf 3500kWh Verbrauch - schauen Sie nach, ob dies explizit in den ABG definiert wurde; ansonsten lässt sich diese Praxis anfechten
  • Guthaben muss ausgezahlt, nicht mit zukünftigen Abschlägen verrechnet werden

Was können Sie als ExtraEnergie Kunde jetzt tun?

  • Beschwerde direkt schriftlich an ExtraEnergie senden (Fax oder Einschreiben dienen als Empfangsnachweis)
  • überlegen, ob Sie die Beschwerde (zusätzlich) auf einem Portal wie ReclaBox veröffentlichen wollen
  • überlegen, ob Sie die Schlichtungsstelle Energie hinzuschalten möchten (allerdings sollten Sie dem Stromanbieter ausreichend Zeit geben, auf die Beschwerde einzugehen)

Was sollte die Beschwerde beinhalten?

  • kommunizieren Sie, dass Ihnen die gesetzlichen Fristen bekannt sind (siehe oben)
  • weisen Sie auf mögliche Fehler in der Abrechnung hin, falls zutreffend
  • setzen Sie ExtraEnergie eine angemessene Frist - z.B. 14 Tage vom Absendetag an - bis wann Guthaben, Bonus etc. ausgezahlt werden sollte
  • wenn Sie die Schlichtungsstelle Energie hinzuziehen möchten, falls Fristen versäumt werden, weisen Sie den Stromanbieter darauf hin

In der Regel lohnt sich ein regelmäßiger Stromvergleich, um sicherzustellen, dass Ihnen nicht zu viel berechnet wird. Möchten Sie zusätzlich auch in keine Stolperfallen beim Stromanbieter Vergleich geraten, empfiehlt sich grundsätzlich vorher eine Recherche über den billigen Stromanbieter durchzuführen. Wir haben einige Tipps in unserem Stromanbieter vergleichen Artikel für Sie zusammengestellt.

Fazit

Durch geringfügig höhere monatliche Abschläge kommen Sie nicht in die Bedrängnis, dem Stromanbieter Zahlungen schuldig zu bleiben. Natürlich möchte man das dadurch entstandene Guthaben allerdings schnellstmöglich rückerstattet bekommen. Die Chancen, dass Sie Ihr Guthaben baldigst erhalten, können dadurch steigen. Bleibt schließlich nur die Frage, was mit den Guthaben - bzw. wann etwas mit diesen - von Stromvergleich Vebrauchern passiert, die sich nicht die Mühe einer offiziellen Beschwerde machen.

Praxisfall Stromio: Schwer erkennbare Preiserhöhung

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Beim Stromvergleich die Augen offen halten!
Ein oft auftretender Stromvergleich-Fall: die unauffällige Strompreiserhöhung über das Onlineportal. Wenn Sie nicht regelmäßig neben Facebook, Twitter und Ihrem E-Mail Posteingang auch in das jeweilige Online-Portal von manchen Billigstromanbietern schauen, könnten Sie möglicherweise eine Strompreiserhöhung verpassen. Ein Blick ins Kleingedruckte beim Stromanbieter-vergleichen, ob wichtige Nachrichten in einem Online-Portal hinterlegt werden, kann also nicht schaden.

Stromvergleich Praxisfall(e): "Unverschämte widerrechtliche Preiserhöhung"

‍Quelle: Reclabox.com/de Stand Oktober 2018

Rechtliche Situation

Die rechtliche Situation ist eindeutig in diesem Fall. Eine Preiserhöhung muss

  • transparent
  • einfach und verständlich formuliert
  • rechtzeitig übermittelt
  • von Ihnen tatsächlich erhalten

werden. So sagt es das Energiewirtschaftsgesetz §40.

Kurzgesagt: halten Sie den Brief in der Hand oder blicken auf die neueste E-Mail Ihres Stromanbieters, müssen Sie problemlos und sofort erkennen können, dass es sich um eine Preiserhöhung handelt. Zum Beispiel könnte in der Betreffzeile "Preiserhöhung ab 01.01.2019" stehen - dann wäre ziemlich eindeutig, was Sie in diesem Schreiben erwartet.

Es ist fraglich, ob unverständliche Formulierungen, unformatierte Textwüsten oder nur über ein Online-Portal übermittelte Preiserhöhungen diesen gesetzlichen Ansprüchen Genüge leisten.

Grundsätzlich bleibt Ihnen bis zum Eintritt der Preiserhöhung ein Recht zur Sonderkündigung. Ist die Preiserhöhung nicht eindeutig erkennbar, können Sie die Erhöhung auch im Nachhinein noch anfechten.

Handlungsoptionen

Vorlage: Musterschreiben für Sonderkündigung bei Strompreiserhöhung

Was Sie jetzt tun können falls Sie eine Preiserhöhung über ein Online-Portal erhalten haben (neben einem anschließenden Stromvergleich und den Stromanbieter vergleichen):

Preiserhöhung rechtzeitig registriert:

  • Fristen und Eintrittsdatum der Preiserhöhung überprüfen → ist das Schreiben mindestens 6 Wochen vor Eintritt der Erhöhung angekommen?
  • bis zum Eintritt der Erhöhung haben Sie Zeit zur Sonderkündigung
  • Senden Sie die Sonderkündigung fristgerecht mit einem Sendungsnachweis (Einwurf Einschreiben, Fax) ab
  • Selber Kündigen statt dem neuen Stromanbieter dies zu überlassen, um die Fristen zu wahren (den neuen Stromanbieter darüber in Kenntnis setzen, dass Sie selbst kündigen)
  • achten Sie darauf, ob Sie im Falle eines Stromtarifs mit Neukundenbonus durch die Sonderkündigung nicht den Anspruch auf diesen Bonus verlieren → in der Regel müssen Sie 12 Monate lang den Tarif beziehen. (in den meisten Fällen tritt die Preiserhöhung allerdings erst zum Ablauf der 12 Monate ein, direkt nach Ablauf der Preisgarantie)
  • optional: das Schreiben auf Transparenz, Verständlichkeit etc. überprüfen, gemäß § 41 III EnWG; es steht Ihnen frei, über ein Beschwerdeportal andere Verbraucher darüber in Kenntnis setzen, falls Sie dies wünschen

Preiserhöhung nicht rechtzeitig registriert:

  • bis zu 3 Jahre im Nachhinein können Sie Einspruch gegen die Preiserhöhung einlegen, ausgehend vom Datum der Kenntnisnahme (Eingang eines Briefs, Tag der Veröffentlichung im Online-Portal, etc.); dies erfordert natürlich den Rechtsweg
  • schriftlich den Stromanbieter auffordern, die aus der unverständlichen Preiserhöhung resultierenden Mehrkosten zu erstatten
  • vergleichen Sie die erhöhten Kosten (in der Regel ist der Arbeitspreis um einige Cent im Vergleich zu vorher angestiegen; seltener der Grundpreis) mit den Kosten vor Eintritt der Preiserhöhung
  • sind bspw. 6 Monate seit dem Problem vergangen, multiplizieren Sie die Differenz mit 6 = die Mehrkosten, welche seit der unauffälligen Erhöhung entstanden sind
  • stellen Sie die Zahlungen nicht ein, sonst wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Inkasso Unternehmen hinzugeschaltet

Anschließend können Sie einen Stromvergleich vornehmen, um bei Stromanbieter vergleich einen günstigeren Stromanbieter zu finden.

Fazit

Eine Preiserhöhung nicht rechtzeitig zu registrieren ist unschön. Wenn die Kommunikation des Stromanbieters hauptsächlich online stattfindet, sollten Sie als Verbraucher auch auf diese ein wachsames Auge werfen.

Was jeweils im individuellen Fall bei unauffälligen Preiserhöhungen die beste Handlungsoption ist, können wir leider nicht 100%ig garantieren. Eine Recherche vor oder während des Stromvergleichs bzw. dem nächsten Stromanbieter-Vergleich über die hilfreichen Links empfiehlt sich in jedem Fall, damit Sie in Ihrer persönlichen Situation bestens auf die Preiserhöhung reagieren können.

Hilfreiche Links:

Verständlichkeit und Transparenz bei Preiserhöhungen
Urteile, Fälle, Pressemitteilungen zum Thema Preiserhöhung
Beitrag von Spiegelonline über versteckte Preiserhöhungen
Marktwächter Studie 2016 über die Verständlichkeit und Transparenz von Strompreiserhöhungen

BEV: Verzögerte Endabrechnungen und Guthabenauszahlungen

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Aufgepasst beim Stromvergleich!
Alleine auf der ersten Seite auf Reclabox finden sich 13 aktuelle Beschwerden aus dem Oktober 2018. Kunden bemängeln verzögerte Endabrechnungen und Auszahlungen von Guthaben. Beim Stromvergleich über die gängigen Vergleichsportale liegt die BEV Energie bei den meisten Städten sehr weit vorne, wenn nicht sogar auf dem 1. Platz. Wenn auch Sie zu diesem Billigstromanbieter beim Stromvergleich gegriffen haben, erfahren Sie hier, was im Problemfall hilft.

Stromvergleich Praxisfall(e): "Keine Endabrechnung und keine Guthabenauszahlung"

Stromvergleich BEV Energie Beispiel Guthabenauszahlung verzögert
‍ ‍Quelle: Reclabox.com/de Stand Oktober 2018

Rechtliche Situation

Grundsätzlich muss der Stromanbieter spätestens 6 Wochen nach Ablauf des ersten Vertragsjahres die Abschlussrechnung schriftlich übermittelt haben. In diesem Anschluss steht eine unverzügliche Auszahlung von Guthaben an. Diese Information beruft sich auf das Gerichtsurteil des OLG Düsseldorfs aus dem Jahre 2014.

Handlungsoptionen

Sie haben Anrecht auf eine fristgerechte Abschlussrechnung und den Ihnen zustehenden Guthabenzahlungen. Wer seine Rechte kennt, kann entspannter mit Beschwerdefällen umgehen.

Kommunikation mit der BEV Energie

  • Beschwerdeschreiben an die BEV senden
  • per Einschreiben oder Fax um auf eine Versandbestätigung zurückgreifen zu können
  • Fristen für die Bearbeitung setzen; in der Regel empfehlen sich 14 Tage
  • falls keine fristgerechte Lösung des Problems stattfindet steht es Ihnen frei, die Schlichtungsstelle Energie zu kontaktieren und um Beratung zu bitten
  • optional: überlegen, ob Sie den Fall auf Reclabox veröffentlichen möchten

Rechnung auf Korrektheit prüfen:

  • Wenn Sie eine Rechnung erhalten haben sollten, prüfen Sie diese auf Korrektheit
  • Zählerstände überprüfen
  • Alle Boni sollten aufgeführt sein (bspw. wird ein Neukundenbonus in der Regel mit 15% oder 25% des Gesamtverbrauchs aufgeführt - überprüfen, ob diese richtig berechnet wurden)
  • die AGBs im Bezug auf diese prozentuale Kappung überprüfen - ein maximal 25%iger Bonus im Bezug auf einen Verbrauch von 3.500kWh muss in den AGBs aufgeführt sein
  • falls sich der Vertrag verlängert: Bonus muss ausgezahlt werden, nicht mit zukünftigen Abschlägen verrechnet werden

Sollten Sie Grund zur Beschwerde haben, könnte durch diese Handlungsoptionen die Chance steigen, den Prozess zu beschleunigen. Machen Sie in der Kommunikation mit dem Stromanbieter stets deutlich, dass Sie sich Fristen und Gesetzen auskennen - ohne dabei unhöflich zu werden. Schließlich sitzt am Ende der Leitung immer noch ein Mitmensch.

Die meisten günstigen Stromanbieter in Deutschland handeln seriös, nur einige wenige Billigstromanbieter fallen durch hohe Beschwerdezahlen auf. Deshalb empfiehlt sich, wenn Sie durch den Stromanbieter Vergleich zu einem Stromanbieter wechseln, grundsätzlich eine Recherche beim Stromvergleich.

Fazit

Auf ein Ihnen zustehendes Guthaben zu warten ist ärgerlich. Wer höflich, aber bestimmt, die Problematik anspricht und auf die oben genannte Rechtslage hinweist, wird in aller Regel nicht allzu lange auf die Auszahlung warten müssen.

ExtraEnergie: ungewollter Haushaltsschutzbrief

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Beim Stromvergleich kann einiges schiefgehen
Neben Beschwerden bezüglich verspäteten Auszahlungen, Abschlussrechnungen oder Fehlern auf besagten Rechnungen, fällt der Billigstromanbieter ExtraEnergie aktuell durch eine hohe Zahl an Beschwerden zum Thema “Haushaltsschutzbrief” auf.

Stromvergleich Praxisfall(e): "Trickserei bei ExtraEnergie"

Stromvergleich Beispiel Haushaltsschutzbrief Extra Energie
Type image caption here (o ‍Quelle: Reclabox.com/de Stand Oktober 2018ptional)

Der Kontext 

Zusätzlich zu einem abgeschlossenen Strom- oder Gasvertrag beim Stromvergleich wurde ein solcher Schutzbrief dazu gebucht. Im ersten Jahr ist dieser Brief kostenfrei, ab dem zweiten Vertragsjahr wird man allerdings zur Kasse gebeten.

An sich ist ein solcher Haushaltsschutzbrief keine völlig verkehrte Sache. Falls Sie sich z.B. öfters aussperren und nicht akrobatisch genug sind, um über die Regenrinne ins Eigenheim “einzubrechen”, übernimmt solch eine Versicherung u.a. die Kosten des Schlüsseldienstes.

Etwas unangenehm wird es jedoch, wenn sich herausstellt, dass der Brief zwar als an den Stromvertrag gekoppelt dargestellt wird, dies aber praktisch nicht der Fall ist. Mehrere Kunden bemängeln die schwammige und unverständliche Kommunikation seitens des Billigstromanbieters ExtraEnergie diesbezüglich. Mit einer Kündigung des Strom- oder Gasvertrages ging nicht eine Kündigung des Schutzbriefes einher - denn dieser hatte eine andere Kündigungsfrist als der Stromvertrag! Im Nachhinein musste also ein Service ein weiteres Jahr gezahlt werden, von dem viele im Vornherein gar nicht wussten, dass sie diesen mit den genannten Konditionen dazu buchen. Für viele Verbraucher wahrscheinlich ein Grund, beim nächsten Stromanbieter-Vergleich genauer ins Kleingedruckte zu schauen.

Rechtliche Situation

Kurz und knapp: an sich sind solche Zusatzleistungen legal. Wer einen Vertrag abschließt, ist selbst dafür verantwortlich, Kündigungsfristen einzuhalten und auf Vertragslaufzeiten zu achten.

Allerdings weisen im Stromvergleich Kontext mehrere Urteile der letzten Jahre wiederholt auf Transparenz und Verständlichkeit von Strom-Verträgen und AGBs hin. Auch im Energiewirtschaftsgesetz wird die Transparenz und Verständlichkeit diesbezüglich betont. Bewusst in die Irre führende Klauseln in Verträgen sind grundsätzlich anfechtbar und daraus resultierende Negativ-Erfahrungen für Verbraucher ein Grund, sich an die Schlichtungsstelle Energie oder Verbraucherschutzportale zu wenden.

Handlungsoptionen

Was sollten Sie tun, falls Sie beim Stromvergleich einen solchen Vertrag inklusive Schutzbrief abgeschlossen haben?

  • überprüfen Sie Ihren Vertrag auf mögliche “kostenfreie” Zusatzservices, die im nächsten Jahr kostenpflichtig werden
  • überprüfen Sie die aktuellen Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen
  • schriftliche Kündigung des Schutzbriefes zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Falls das Kind bereits in den Brunnen gefallen sein sollte und Sie sich in der Situation befinden, einen nicht gewollten Schutzbrief im 2. Jahr zu zahlen:

  • Kontakt mit ExtraEnergie aufnehmen
  • die Situation sachlich darstellen und um kulante Klärung bitten
  • optional: Sie können überlegen, ob Sie Ihre ExtraEnergie Erfahrungen inklusive Dokumentation der Sachlage und bisheriger Schritte auf Reclabox teilen wollen(orientieren Sie sich dabei an erfolgreich gelösten Beschwerden, die demselben Problem gewidmet wurden)

Reclabox Beispiel:

Der im obigen Screenshot dargestellte Beschwerdefall konnte zu Gunsten des Verbrauchers gelöst werden, da er:

  1. auf die Intransparenz der vertraglichen Klauseln hinwies
  2. den kompletten Vorgang/Kommunikation mit ExtraEnergie dokumentierte
  3. den Fall sauber aufbereitet und online veröffentlicht hat

Falls Sie diesen Weg einschlagen wollen, sollten Sie natürlich nicht blind diesen Beitrag kopieren, da dies wenig authentisch wirkt und Ihre Chancen zur Lösung eher verschlechtert. Es ist also ratsam, beim Stromvergleich oder dem nächsten Stromanbieter Vergleich auch in das Kleingedruckte des neuen Vertrags zu schauen!

Fazit

Hand aufs Herz: jeder von uns hat mindestens einmal im Leben, egal ob im Stromvergleich Kontext oder woanders, auf "gelesen & akzeptiert" einer ABG geklickt und nicht eine Sekunde damit verbracht, den Text wirklich zu lesen. Zwar sind Stromanbieter verpflichtet, diese Klauseln möglichst transparent und verständlich zu kommunizieren, aber diese lassen sich nur anfechten, wenn sie auch tatsächlich gelesen werden. Deshalb empfiehlt es sich, beim nächsten Stromanbieter Vergleich ein paar Minuten für die Lektüre der AGBs aufzuwenden.

Hilfreiche Links:

Stromvergleich Praxisfall, der zugunsten des Verbrauchers gelöst werden konnte.
Stromvergleich-Praxisfälle: Erfahrungen auf Reclabox mit dem Stromanbieter ExtraEnergie.
Weitere Stromvergleich Praxisfälle auf Reclabox zum Thema Haushaltsschutzbrief.

Disclaimer

Die hier aufgeführten Handlungsoptionen ersetzen keine Rechtsberatung und sind nicht als solche zu verstehen. Im konkreten Fall sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden.

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Medienberichte 

Engagierte Verbraucher

  • Verbraucherhilfe-Stromanbieter: Gut recherchiert und gewissenhaft aufbereitete Problemerläuterung zum Thema Stromanbieter-Vergleich. Vom transparenten Stromvergleich, über die häufigsten Beschwerden, bis hin zur richtigen Kündigung findet man hier umfangreiche Hilfestellung.
  • Forum des Bundes der Energieverbraucher: Unabhängiges Forum in dem sich nicht nur über Probleme mit Stromanbietern, sondern auch zu allgemeinen Energiefragen ausgetauscht wird.

Stiftung Warentest & Ökotest Berichte

Verbraucherzentralen

  • Marktwächter Energie: Unabhängige Seite der Verbraucherzentrale, die u.a. die fragwürdigen Geschäftspraktiken diverser Stromanbieter darlegt.
  • Verbraucherzentrale: Verbraucherzentralen sind auf Landesebene organisierte gemeinnützige Vereine, die sich dem Thema Verbraucherschutz widmen und Sie zudem auf Wunsch kostenpflichtig beraten. Auf der Seite finden Sie viele Artikel rund um das Thema Energie, sowie viele nützliche Hinweise wie Sie sich z.B. überhöhte Strompreise rückerstatten lassen oder eine Checkliste zum Stromvergleich.

Beschwerdestellen

  • ReclaBox: Beschwerdeportal für Verbraucher. Hier können Sie eine Beschwerde über ihren Stromanbieter einstellen. In vielen Fällen antworten Ihnen dort die Stromanbieter direkt und bemühen sich um eine Lösung. Ein guter Startpunkt für Recherchen im Stromanbieter-Vergleich Kontext.
  • Schlichtungsstelle Energie: Zentrale Schlichtungsstelle die bei der Lösung von Differenzen mit dem Energieversorger unterstützt. Als Verbraucher können Sie diese unabhängige Institution kostenlos einschalten, wenn Sie ihre Beanstandung ihrem Anbieter mitgeteilt haben und dieser Ihnen nicht binnen 4 Wochen mit einer Lösung entgegenkommt.
  • Bundesnetzagentur: Offizielle Behörde, die den deutschen Strommarkt überwacht und informiert werden kann, wenn Ihre Rechte als Verbraucher nicht gewahrt werden. Ferner moderiert die Bundesnetzagentur Schlichtungsverfahren.
Fragen zu unserem automatischen Stromvergleich?
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